Das Thema Lichtverschmutzung taucht seit geraumer Zeit immer wieder in der Öffentlichkeit und bisweilen auch auf der Tagesordnung von Sitzungen auf. Jetzt gehört auch die Stadt Neustadt zu diesem Kreis.

Anlass ist ein Antrag von ÖDP-Stadtrat Thomas Büchner, über den der Stadtrat entscheiden soll. Büchner wünscht sich, dass die Stadt "verstärkte Anstrengungen" unternehmen soll, "um die Lichtverschmutzung in der Stadt zu minimieren." Ziel dieses Antrags sei neben der Energieeinsparung der Schutz der Tierwelt und die Bewahrung der Artenvielfalt. Dazu solle die Verwaltung auch mit gewerblichen Betrieben Kontakt aufnehmen und auf bereits bestehende behördliche Empfehlungen verweisen.

Rechtlichen Rahmen prüfen

Damit freilich nicht genug. Büchner wünscht, dass die Verwaltung klären soll, "ob es rechtlich möglich ist, in der Bauleitplanung und in Baugenehmigungen Festlegungen zur Reduzierung der Lichtverschmutzung zu treffen". Zu prüfen wäre aus seiner Sicht auch der rechtliche Rahmen, ob zu diesem Thema eine kommunale Satzung erlassen werden könne.

Nach 23 Uhr nicht anstrahlen?

Zur Begründung für diesen Antrag verweist Büchner auf das Inkrafttreten des Volksbegehrens zum Artenschutz vom 1. August 2019. Seitdem "gelten in Bayern für Lichtemissionen neue Vorschriften. So müssen bei künstlicher Beleuchtung im Außenbereich Auswirkungen auf die Insektenfauna berücksichtigt werden."

Dazu gehöre, dass öffentliche Gebäude wie Rathäuser oder touristische Anlagen zwischen 23 Uhr und der Morgendämmerung nicht mehr angestrahlt werden sollen.

Auch bei der Straßenbeleuchtung müssen demnach "die Kommunen mögliche Folgen für die Insekten in ihre Planung miteinbeziehen." Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) plädiert bei dem Thema für eine differenzierte Betrachtung. Bei alten Lichtquellen, die sehr heiß werden können, bestehe für Insekten tatsächlich Gefahr, räumt Rebhan ein. Bei modernen LED-Lampen aber stelle sich diese Frage nicht.

Besondere öffentliche Gebäude, die gezielt mit indirekter Beleuchtung in Szene gesetzt werden, lediglich bis 23 Uhr zu beleuchten, hält Rebhan nicht für sinnvoll. Gerade im Sommer, wenn es erst gegen 22 Uhr richtig dunkel werde, hielte er das persönlich für problematisch.

Nächtliche Beleuchtung solle man nicht per se verteufeln, meint Rebhan. Zugleich aber verweist er darauf, dass in der Stadt bis jetzt durchaus schon entbehrliche Beleuchtungen auch reduziert werden - zum Beispiel bei Werbetafeln.