Der große Saal gleicht noch einer Baustelle. Im Gastraum fehlen die Möbel. Seit zwei Monaten renovieren Cornelia Schellhorn-Biebl und ihr Mann Andreas Biebl die ehemalige Kneipe "Fabrik" in der Neustadter Bahnhofstraße. "Wir wohnen im selben Gebäude. Unsere Vermieterin ist auch unsere Verpächterin", sagt die 56-Jährige. Am 1. Dezember wollen sie und ihr Mann hier ihr neues Restaurant "B19" eröffnen. Der Name steht für "Bahnhofstraße 19".

Den Pachtvertrag, wurde bereits Anfang August unterschrieben. Seitdem hat das Ehepaar jede freie Minute in die Renovierung gesteckt. "Die Türen und Fenster waren früher rot, wir haben alles gestrichen. Das Ambiente ist super, sowas findet man nicht so oft", sagt Andreas Biebl. Der Boden musste händisch abgeschliffen werden, die Heizung lackiert. Jetzt fehlen noch die Tische und Stühle für die Gäste und die Tür, die den Raum vom Eingangsbereich und dem großen Saal nebenan abgrenzen soll. Im Saal werden momentan die Decken mit weißer Farbe überstrichen.

Einen schönen Abend verbringen

Der Biergarten und der Saal werden bis zur geplanten Eröffnung in knapp zwei Monaten noch nicht fertig sein. Der Saal, der auch eine Bühne hat, soll in Zukunft für Feierlichkeiten vermietet werden. Außerdem planen die Pächter, die auch die "Rögener Hütte" betreiben, Veranstaltungen. "Wir wollen Nachwuchskünstlern, zum Beispiel Comedians die Möglichkeit geben, hier aufzutreten", sagt Andreas Biebl. Auch könnten er und seine Frau es sich vorstellen, Foxabende oder Faschingsveranstaltungen für Erwachsene anzubieten. "Bei den Veranstaltungen soll es gediegener zugehen."

Dem 46-Jährigen und seiner Frau ist es wichtig, dass die Gäste hier einen schönen Abend verbringen. "Die Gäste sollen nicht nur zum Essen kommen, sondern auch danach noch die Möglichkeit haben, etwas zu trinken", sagt Andreas Biebl. Auf der Speisekarte sollen neben Flammkuchen, Baguettes und Salaten auch Suppen sowie Nudel- und Fleischgerichte stehen. Außerdem soll eine Auswahl an verschiedenen Bieren und Weinen angeboten werden. "Uns ist es wichtig, dass wir nicht brauereigebunden sind. Wir wollen auch die Biere kleinerer Brauereien anbieten."

Biergarten soll nächsten Sommer öffnen

Im Gastraum wird es etwa 35 Sitzplätze geben. Ob das Essensangebot, das alle ein bis zwei Wochen wechseln soll, langfristig auch im Saal ausgeweitet wird, steht noch nicht fest. "Wir müssen sehen, wie sich alles entwickelt", sagt Cornelia Schellhorn-Biebl. Der Biergarten soll im nächsten Sommer eröffnen. "Der Biergarten ist wunderschön, wir wollen ihn noch gemütlich und ansprechend gestalten." Neben dem "Wamperling" in Meilschnitz ist das "B19" das zweite Restaurant, das innerhalb eines Jahres in Neustadt eröffnet. Sandra Franz, Wirtschaftsförderin der Stadt Neustadt, wünscht den neuen Pächtern viele zufriedene Gäste. "Gerade in Zeiten von Corona ist es sehr bemerkenswert, dass jemand neu aufmacht. Für die Neustadter ist der Ort hier schon immer eine Kultkneipe."

Die Geschichte des Gebäudes

Geschichte Die ehemalige Fabrikanlage wurde 1896 an Stelle eines durch einen Brand zerstörten Gebäudes errichtet. 1916 ließ die "Firma Max Oscar Arnold", um deren Werk I es sich handelte, die Fassade ändern. 1935 wurde die Anlage von Gretl und Otto Hausser übernommen. Von da an wurden hier Spielzeuge aus Elastolin hergestellt. 1983 musste die Firma Konkurs anmelden. 1985 kaufte Emil

Wannagat das teilweise leerstehende Gebäude. Wohnungen wurden restauriert und renoviert. Anfang der 90er ließ Emils Tochter Brita Wannagat den vorderen Teil des Gebäudes zu einer Gaststätte ausbauen: Die "Fabrik" wurde erstmals im Juni 1993 eröffnet. Sie wurde durchgängig bis Mai 2021 von verschiedenen Personen unter diesem Namen betrieben.