Eines der markantesten historischen Gebäude Coburgs erhält derzeit eine Frischzellenkur - das Stadthaus. Die ehemalige "Canzley" des baufreudigen Herzogs Johann Casimir ist gleich in mehrfacher Hinsicht Objekt von Sanierungs- und Reparaturarbeiten.

Bereits fast komplett abgeschlossen sind die Arbeiten in der Passage, die sich nun völlig verwandelt präsentiert. War sie bislang mit eher spärlicher Beleuchtung ein düsterer Durchgang, erstrahlt sie nun in neuem Glanz - dankt effektvoll angebrachter indirekter Leuchten.

Komplett neu verputzt zeigt sich die Passage nun. Lediglich Metallarbeiten an den Schaufenstern müssen noch abgeschlossen werden, erläutert Louay Yassin als Pressesprecher der Stadt Coburg. Daneben aber wurde die bestehende Trafostation im Stadthaus umgebaut und grundlegend erweitert. Dazu wurde ein ehemaliges Ladengeschäft ("Martini") umgebaut.

Weitgehend abgeschlossen sind zudem Sanierungsarbeiten an der Fassade zur Spitalgasse hin. Dort wurden deutlich sichtbare Schäden am Putz beseitigt. Hier fehlen nun lediglich noch die abschließenden Arbeiten an den gemalten Fugen, erläutert Yassin.

Damit freilich nicht genug. Denn im Stadthaus wurden zudem Setzungen registriert. Diese sollen mit einem sogenannten Riss-Monitor weiterhin überwacht werden. Erst dann werde entschieden, welche Maßnahmen zum Beseitigen weiterer Schäden getroffen werden müssen, erklärt der Pressesprecher.

Deswegen seien die Kosten der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen insgesamt auch noch nicht genau zu beziffern, so Yassin.

Rund um das Coburger Stadthaus

Kanzleigebäude Das heute Stadthaus genannte Gebäude direkt dem Rathaus gegenüber wurde in den Jahren 1597 bis 1601 unter Leitung des Architekten und Malers Peter Sengelaub errichtet - als repräsentatives Kanzleigebäude für Herzog Johann Casimir. An der Stelle der Alten Vogtei wurde es zunächst als Staats- und Verwaltungsbau für die Landesregierung genutzt. Das Gebäude mit seinen prachtvoll verzierten Giebeln diente der Legitimation von Herzog Casimirs Herrschaft. Der Bildhauer Nikolaus Bergner schuf die Figuren der Amtsvorgänger Casimirs, die auf den Zwerchgiebeln dargestellt sind: Graf von Henneberg, Markgraf von Meißen, Landgraf von Thüringen, Kurfürst von Sachsen.

Baumeister Einer jener Männer, die Coburg in früheren Jahrhunderten nachhaltig geprägt haben und heute als Person dennoch nur noch wenig bekannt sind, ist Peter Sengelaub. In Coburg hat er drei Gebäude erbaut, die noch heute das Stadtbild auf nachhaltige Art und Weise prägen - die als Stadthaus bekannte einstige Regierungskanzlei ("Canzley"), das Gymnasium Casimirianum und das ehemalige Zeughaus, das heute das Staatsarchiv beherbergt. Als Peter Sengelaub um 1590 nach Coburg kam, wurde er als Maler wahrgenommen. Um 1558 in Martinroda nördlich von Ilmenau in Thüringen geboren, betätigte sich Sengelaub Sengelaub in Coburg jedoch nicht nur als Hofmaler, sondern profilierte sich auch als Architekt. Er wohnte in der heutigen Gymnasiumsgasse 1 - in unmittelbarer Nähe des von ihm erbauten Casimirianums. red