Der ASB weiht im Wohnpark "Am Callenberg" in Weitramsdorf-Weidach seine neue Einrichtung ein. Das Projekt soll bundesweit einmalig sein.
Wie kommen Tische, Stühle und Lampen einer typischen und urfränkischen Gastwirtschaft von den Höhen des Jura nach Coburg? Dazu bedarf es eines Handwerkers, der die Einrichtung einlagert, und ASB-Geschäftsführers, der für ein innovatives Senioren-Wohnprojekt Gestaltungsvarianten sucht. Deshalb gibt es in der Tagespflege im Wohnpark "Am Callenberg" des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Coburg im Weitramsdorfer Ortsteil Weidach nun eine fränkische Wirtschaft. Am Dienstag hat der ASB Coburg mit vielen Gästen die Tagespflege mit 26 Pflegeappartements und 13 Wohnungen für Betreutes Wohnen eingeweiht. Der Betrieb hat am 2. Mai begonnen.
"Seit mehreren Jahren träumen wir davon, eine Kombination aus Pflegeappartements, Tagespflege, Betreutem Wohnen, eventueller Nachpflege und von Betreutem Wohnen in Einfamilienhäusern zu verwirklichen", sagte der Vorsitzende des ASB-Coburg, Hans-Joachim Lieb. Dieses bundesweit einmalige Projekt sei nun Wirklichkeit geworden. Das bestätigte auch Ulrich Bauch, Bundesgeschäftsführer des ASB, der "immer wieder gern nach Coburg zu einem der erfolgreichsten Verbände im ASB kommt". Beispielhaft nehme der ASB hier die Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft an. Bis zum Jahr 2050 werde es etwa fünf Millionen pflegebedürftige Menschen geben. Der Erfolg des Arbeiter-Samariter-Bundes Coburg sei auch durch die Beständigkeit im Vorsitz und in der Geschäftsführung begründet. Die vielen Jahre von Jans-Joachim Lieb und Thomas Schwesinger wertete der Bundesgeschäftsführer launig "als nordkoreanisch".
Beruf soll finanziell attraktiver werden
Von 40 000 offenen Stellen in der Pflege bundesweit gehen die Fachleute aus. "Fachkräfte in der Altenpflege verdienen durchschnittlich 500 bis 600 Euro im Monat weniger als Pflegekräfte in den Krankenhäusern", stellte Bauch fest. Um den Beruf finanziell attraktiver zu machen, soll es einen Flächentarifvertrag für Pflegekräfte in der Seniorenarbeit geben. Dafür allerdings sei ein Arbeitgeberverband als Verhandlungspartner notwenig. "Ein solcher Verband wird sich in den nächsten Monaten gründen, der Arbeiter-Samariter-Bund wird Mitglied sein."
Dank und Gratulationen für den Wohnpark gab es weiter vom bayerischen Landesgeschäftsführer des ASB, Jarno Lang, von Landrat Sebastian Straubel und dem Zweiten Bürgermeister von Weitramsdorf, Werner Handke. In der eigenen Wohnung auch im Alter möglichst lange und unabhängig wohnen bleiben können, das strebten die meisten Menschen an, sagte Landrat Sebastian Straubel. Auf den Wohnpark "Am Callenberg" könne der ASB stolz sein. Projektentwickler und Architekt Joachim Schlund sowie Architekt Thomas Eck als Bauleiter übergaben einen symbolischen Schlüssel an die Leiterin der Einrichtung, Anne Vognsen. Sie und ASB-Geschäftsführer Thomas Schwesinger erläuterten das Konzept der Tagespflege. Die unterschiedlich gestalteten Räume, die Mitmach-Küche, Ruheräume und der Garten mit Erlebnisweg integrierten Demenzkranke in den Tagesablauf.
Den kirchlichen Segen spendete Pfarrerin Gabriele Töpfer, die zusammen mit Geschäftsführer Thomas Schwesinger für die musikalische Umrahmung am Klavier und der Trompete sorgte.