Stark in den Katastrophenschutz eingebunden ist die BRK Bereitschaft Rödental-Froschgrund. Neben Ehrenamtlichen müssen aber auch entsprechende Ausrüstungsgegenstände parat stehen, um im Ernstfall schnell und effektiv helfen zu können. Problem: die Gerätschaften kosten Geld. "Wenn wir schon kein Geld haben, brauchen wir gute Ideen" dachte sich da Marcel Thein (Kreisbereitschaftsleiter und Mitglieder der Bereitschaft Froschgrund) und brachte ein außergewöhnliches Benefizkonzert auf den Weg.
Was mit ersten Überlegungen im März 2016 begann, ist am Samstag zur triumphalen Wirklichkeit geworden, als das Polizeiorchester Bayern rund 500 begeisterte Besucher förmlich von den Sitzen der Goebel-Halle riss. Vom ersten Ansinnen bis zum Konzertabend galt es für Marcel Thein und sein Team, noch einige Hürden zu überwinden - denn: "nur so" kommt das Orchester nicht. "Wir mussten in einer Bewerbung ausführlich darlegen, welchem Zweck das Konzert dienen soll", erinnerte sich Marcel Thein. Im Juli 2016 fiel den Verantwortlichen ein Stein vom Herzen, als die Zusage kam. "Aber ab dann ging die Arbeit richtig los", ließ Thein wissen. Arbeitsgruppen wurden gegründet, unzählige Besprechungen durchgeführt und in München mit allen Orchesterbeteiligten Details abgeklärt. Am Ende haben sich alle Mühen gelohnt. Das Polizeiorchester Bayern zog in die Franz-Goebel-Halle ein und zelebrierte unter Leitung von Professor Johann Mösenbichler konzertante Blasmusik auf höchstem Niveau.
Die Herzen des Auditoriums öffneten die 45 Akteure geschickt mit dem "Coburger Marsch". Was dann folgte war ein "Paukenschlag" nach dem anderen. Die Profimusiker ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie sich nicht damit begnügen wollten ein Stück nach dem anderen zu spielen. Mit viel Hingabe und absoluter Perfektion und Harmonie setzten sie ein anspruchsvolles Programm um. Nicht zuletzt war es Johannes Mösenbichler, der schwungvoll, elegant und gleichzeitig fordernd die Musiker führte. Dass hin und wieder das Podest des Dirigenten förmlich bebte, zeigte, mit welcher Inbrunst Johann Mösenbichler in den Stücken aufging.
Unter dem Konzerttitel "Zauberhafte Hörgeschichten in Blau", fanden sich die Besucher in einem vielfältigen Programm wieder. Die musikalische Bandbreite des Polizeiorchesters Bayern reichte von Ouvertüren und Märschen bis hin zu Arrangements der Jazz- und Filmmusik. In Rödental unterhielt das sinfonische Blasorchester mit klassischen und modernen Werken von Johann Strauß bis Hans Zimmer. Neben der berühmten Filmmusik aus "Fluch der Karibik" gaben die Musiker auch das Hauptwerk von W. Francis McBeth "Of Sailors and Whales" und "Die Moldau" aus der Feder von Friedrich Semetana zum Besten.
Ein Höhepunkt des Konzertabends war ohne Zweifel der Auftritt der Mezzosopranistin Kerstin Eder, die mit den Arien "Mein Herr Marquis" und "Im Feuersturm der Reben" ("Die Fledermaus", Johann Strauß), der "Christel von der Post" ("Der Vogelhändler", Carl Zeller), "Du sollst der Kaiser meiner Seele sein" ("Der Favorit", Robert Stolz) und der Hommage "Wien, du Stadt meiner Träume" (Rudolf Sieczynski) das Publikum auch optisch verzauberte. Verabschieden wollte sich das Orchester, das im Jahr auf etwa 150 Auftritte (60 davon in voller Besetzung kommt) mit dem "Joyride", einer modernen Version der "Ode an dir Freude". Dass dies das Publikum, das längst zu stehenden Ovationen überging, nicht zuließ, war nicht überraschend. "Wir haben verstanden" meinte Johannes Mösenbichler und ließ noch ein paar frenetisch gefeierte Zugaben folgen. Als der Dirigent ankündigte, sich mit einem Trauermarsch endgültigen verabschieden zu wollen, nahm mancher Zuhörer dies nicht unbedingt für bare Münze. Interpretiert wurde dann ein Trauermarsch aus New Orleans. Der war alles andere als traurig, sondern forderte noch einmal das Können der Musiker und setzte nach zweieinhalb Stunden einen glanzvollen Schlusspunkt.
Ein Glücksgriff war Klarinettist Peter Seufert, der es verstand, unterhaltsam durch das Programm zu führen und das Publikum auf die einzelnen Stücke einzustimmen. Orchesterleiter Johannes Mösenbichler versäumte es nicht, sich beim Publikum für den Besuch zu bedanken: "Das ist auch ein Ausdruck des Vertrauens in die bayerische Polizei."