In dieser zeitgenössischen Interpretation des mythologischen Stoffes durch den flämischen Autor Tom Lanoye ist fast das gesamt Schauspielensemble des Landestheaters auf der Bühne zu erleben.

Regie führt André Rößler, bislang in Coburg bekannt für Komödien wie "Das Abschiedsdinner" und "Extrawurst". Um ein Leben in Autonomie und Freiheit führen zu können, ist Medea bereit, alles zu riskieren. Als eines Tages Jason, der Anführer der Argonauten, in ihrem Land auftaucht, ist für Medea der Moment gekommen, aus ihrem unterdrückten und einengenden Leben auszubrechen. Sie verliebt sich in den Argonauten und entflieht mit ihm ihrer Heimat, um in einem anderen Land eine Familie zu gründen.

Doch Medeas Wunsch nach Autonomie erfüllt sich nicht. Als unerwünschte Fremde in der neuen Heimat und verstoßen von ihrem eigenen Mann, entschließt sie sich zu einem fürchterlichen Rachesturm, vor dem nicht einmal ihre eigenen Kinder verschont bleiben.

Unzählige Male ist der Mythos der Medea bereits dramatisiert und verfilmt worden. Jedoch konzentrieren sich die meisten Fassungen auf Medeas Racheakt in der Fremde. Tom Lanoye hingegen erzählt in seinem kompakten Stück auch die Vorgeschichte in Medeas Heimat und legt damit den Fokus auf eine andere Problematik des Stoffes: Das Zusammenprallen unterschiedlichster Kulturen und entgegengesetzter Welten.

Mit großer Wucht in die Gegenwart katapultiert

Dafür experimentiert André Rößlers Inszenierung auch mit Elementen von Bunraku - der traditionellen, japanischen Form des Figurentheaters. In einer sehr klaren Sprache verfasst, gelingt es dem Stück, den uralten Mythos mit großer Wucht in die Gegenwart zu katapultieren

In den Hauptrollen als Medea und Jason sind Juliane Schwabe und Tobias Bode zu erleben, die in dieser Spielzeit ihr Coburg-Debüt in "Draußen vor der Tür" gaben.

Diese Corona-Regeln gelten beim Theater-Besuch in Coburg

Für die Premiere am Samstag sind noch Karten verfügbar (www.landestheater-coburg.de). Beim Vorstellungsbesuch gilt die 2G-Regel für Zuschauer ab 18 Jahre. Schüler bis einschließlich 17 Jahre müssen am Einlass lediglich einen gültigen Schülerausweis vorzeigen.