Es ist ein Teil des Masterplans "Brose 2030": Die Dieselstraße vor den Grundstücken und Gebäuden der Firma Brose im Coburger Süden wird von dem Automobilzulieferer erworben und dem Betriebsgelände zugeschlagen. Der Senat für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bauwesen änderte am Mittwoch dazu den Bebauungsplan für das Gebiet zwischen der Itz und der Bamberger Straße.

Betroffen ist der Teil der Dieselstraße zwischen der Abzweigung von der Bamberger Straße bis zur Einmündung in den Südkreisel auf einer Länge von 520 Metern. Ebenso soll ein Parkplatz, bislang im Eigentum der Stadt und von Brose gemietet, veräußert werden. Gegen die Stimmen von Wolfram Haupt (Bündnis 90/Die Grünen) und Wolf-Rüdiger Benzel (Coburger Liste) sprach sich der Senat für die Änderung des Bebauungsplanes aus.

Brose kauft Coburger Straße: Es geht um 520 Meter

An der Dieselstraße sowie an der Bamberger Straße baut und plant das Unternehmen ein Logistikzentrum mit Hochregallager, ein Technologie- und zwei Verwaltungsgebäude sowie ein Parkhaus. "Die Gestaltung der Außenanlagen ist von großer Bedeutung", heißt es in den Unterlagen zur Senatssitzung. Dabei sei die Trennung von Fahr- und Fußgängerverkehr durch Grünstreifen ein zentraler Bestandteil. "Das Außenanlagenkonzept muss auf die Bamberger und Ernst-Faber-Straße ausgeweitet werden", zitiert die Verwaltungsvorlage die Ansprüche von Brose.

Durch die Einbeziehung der Dieselstraße in das Werksgelände seien Grünzonen auf dem dann größeren Parkplatz vorgesehen. Die Fachämter der Stadt sind zu dem Schluss gekommen, dass die Dieselstraße "jegliche Verkehrsbedeutung für die Öffentlichkeit verloren hat", zumal die Firma Brose inzwischen alleiniger Anlieger dort ist.

Joachim Träger von der Stadtplanung erläuterte Einzelheiten zu dem "Masterplan Brose 2030". Die Vorhaben hat das Unternehmen schon in der Sitzung des Krisensenates im Januar vorgestellt. Unter anderem wird das bestehende Hochregallager durch ein drei Meter höheres Gebäude ersetzt. Die Neubauten werden so wie schon bestehende Gebäude 14 Meter hoch.

Masterplan "Brose 2030": Konzern vergrößert Fläche

Grünen-Stadtrat Wolfram Haupt sprach sich kategorisch dagegen aus, die Dieselstraße zu verkaufen. Vielmehr sollte die Fahrtrichtung in dieser Einbahnstraße umgedreht werden. "Das ist dann eine gute Zufahrtsstraße für Brose." Dass die Masse der Lkw von und zu dem geplanten Logistikzentrum über die Uferstraße und als Linksabbieger auf die Frankenbrücke fahren sollen, nannte Haupt einen "verkehrstechnischen Unsinn". Dafür sei die Bamberger Straße besser geeignet, zumal in der Uferstraße ein breiter Radweg anstelle des Parkstreifens geplant sei.

Für Wolf-Rüdiger Benzel ist es "gut, dass Brose in Coburg expandiert". Enttäuscht zeigte er sich darüber, dass der Umwelt- und Klimaschutz nicht ausreichend bei den Brose-Plänen berücksichtigt werde. Photovoltaik und begrünte Dächer gebe es leider nicht, war er sich mit Wolfram Haupt von den Grünen einig. Es werde sehr viel Fläche versiegelt, was die Klimaerwärmung vorantreibe. Er sprach sich dafür aus, die Dieselstraße nicht zu veräußern und die Erweiterungspläne von Brose auf der Basis von Erbbaurecht zu realisieren.