Lucie heißt das "Marktbaby" des großen Pfingsthandwerkermarktes im Gerätemuseum des Coburger Landes. Am Sonntag um 0.57 Uhr kam die junge Dame im Coburger Klinikum zur Welt. Sie bringt stolze 4225 Gramm auf die Waage, ist 56 Zentimeter groß und kerngesund. Lucies Mutter, Michaela Strobl aus Schnaittenbach (Landkreis Amberg-Sulzbach), ist Modistenmeisterin und hatte ihren Stand beim Pfingsthandwerkermarkt in der "Alten Schäferei". Nach der Geburt war sie bereits am Sonntagnachmittag wieder an ihrem Stand, am Montag lief der Verkaufstag für sie "wieder wie gewohnt".

Eigentlich sollte die kleine Lucie bereits am 13. Mai zur Welt kommen. Aber wie der Volksmund so gerne sagt: "Die Mädchen müssen sich erst putzen." Lucie ließ sich also Zeit. Aber Michaela Strobl wollte ihrerseits auch unbedingt zum Pfingsthandwerkermarkt nach Ahorn kommen. Schließlich war sie schon dreimal da. "Mir gefällt es hier sehr in diesem wunderschönen Ambiente. Die Atmosphäre ist toll, die Leute nett", erzählte sie dem Tageblatt. Deshalb hatte Michaela Strobl gehofft, dass sich die Kleine nun auch noch die drei Tage Zeit nehmen werde. Aber weit gefehlt!

Der Strobl-Stand war seit dem Freitag aufgebaut, alles gerichtet und geputzt, als die Wehen am Samstag gegen 23.30 Uhr doch einsetzten. Der werdende Vater Rainer Strobl fuhr daraufhin mit seiner Frau schnell ins Coburger Klinikum und schon eine gute Stunde später war der süße Wonneproppen auf der Welt. Auch Mutter Michaela ging es gut. "Das war alles ganz entspannt", sagte sie danach. Und so ganz unrecht kam ihr die Geburt ihres Kindes im Coburger Land auch gar nicht, gestand Strobl mit einem Lächeln ein: "Eigentlich bin ich ganz froh, dass die Kleine hier geboren wurde. Da habe ich meine Ruhe. Und es kommen auch nicht ständig Gratulationsanrufe oder Besuch."

Während Michaela Strobl am Stand arbeitete und ihre schicken Hüte und anderes Putzwerk verkaufte, kümmerte sich der stolze Vater ums Baby. Lucie ist das dritte Kind des Ehepaares.


Schwester Lotta kam unerwartet

Die beiden Geschwisterkinder Leon (5) und Lotta (2) mussten allerdings zu Pfingsten daheim bleiben und fieberten gespannt der Heimkehr des Familienzuwachses entgegen. "Unsere Kinder wollen immer dabei sein", sagt die Mama. Tochter Lotta machte es übrigens bei ihrer Geburt auch nicht viel anders als ihre kleine Schwester. Lotta kam genau zur Geschäftseröffnung von Michaela Strobls Atelier vor zwei Jahren auf die Welt.
Der Ahorner Fördervereinsvorsitzende Wolfgang Dultz freut sich über das kleine "Marktkind" und brachte am Montag gleich ein Schäfchen mit zur Erinnerung an den Ort und Zeitpunkt der Geburt.