Da kennt sich jemand aus: Wie schon am Dienstagabend von Hans Joachim Rost vom Kronacher Wasserwirtschaftsamt prognostiziert, ist die zweite - dann vielleicht sogar gefährliche - Hochwasserwelle für die Itz und Steinach ausgeblieben. Nichtsdestotrotz haben sich Teile des Coburger Landes in eine Seenlandschaft verwandelt.

Meldestufe III erreicht

Dass zwei Pegel - der an der Steinach in Fürth am Berg und der in der Schenkenau bei Kaltenbrunn - im Laufe der Nacht die Meldestufe III erreicht haben, hat man im Wasserwirtschaftsamt mit Gelassenheit registriert. Was dramatisch klingt und auf der Homepage des bayerischen Hochwassernachrichtendienstes (www.hnd.bayern.de) auffällig rot leuchtet, liegt in der Meldesystematik begründet. Die

Meldestufe III gilt nämlich unter anderem dann, wenn "die Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen erforderlich wird". Und das ist bei der Staatsstraße zwischen Wörlsdorf und Mitwitz eben schnell der Fall. Hat die Steinach einen Wasserstand von 2,50 Metern, dann geht dort nichts mehr. Richtig kritisch wird es für die Dörfer entlang der Steinach aber erst bei einem Wasserstand von mehr als 2,80 Meter. Ein solcher Pegel war gestern nicht zu erwarten, am Nachmittag ging das Wasser der Steinach schon wieder langsam zurück.

Im Itzgrund waren mehrere Straßen gesperrt: Aus Richtung Süden gesehen waren dies die Verbindungen Medlitz-Helfenroth (Landkreis Bamberg), Busendorf-Gleusdorf (Landkreise Bamberg und Haßberge) und Lahm-Hemmendorf (Landkreise Coburg und Haßberge). Dazu kamen einige kleinere Verbindungen wie zeitweise die Straße zwischen Gleußen und Schottenstein und die Untermerzbacher Umfahrung.

Kreisstraße CO 1 am häufigsten gesperrt

Im Oberen Itzgrund sperrte der Untersiemauer Bauhof die Ortsverbindungsstraße zwischen Menschenbach und Stöppach, in Buchenrod war die Ziegeleistraße überflutet und nicht befahrbar. Wie oft welche Kreisstraßen gesperrt werden, zeigt eine vom Landratsamt geführte Statistik. Einsam an der Spitze liegt da die Kreisstraße CO 1 (Lahm-Hemmendorf): Bei der musste die Straßenmeisterei des Landkreises in den Jahren 2020 und 2021 alleine neun Mal ausrücken, um Sperrschilder aufzustellen.

Wohl nicht erfüllen wird sich die Hoffnung vieler Spaziergänger, dass wie im vergangenen Jahr eine jetzt folgende Frostperiode das Wasser auf den Wiesen gefrieren lässt und der Itzgrund somit zur XXL-Eislauflandschaft wird. Der Wetterbericht sagt zwar eine Temperaturdelle mit Minusgraden voraus. Allerdings dürfte das Thermometer nicht so tief fallen, dass die Wassermassen gefrieren.