"Miteinander auf dem Weg" heißt das Jahresthema, mit dem sich die Landfrauen in diesem Jahr auf vielfältige Weise auseinandersetzen. Eben dieses Miteinander, so Kreisbäuerin Heidi Bauersachs zur Begrüßung beim Landfrauentag in der Veranstaltungshalle Babucke, sei in der Gesellschaft etwas verloren gegangen. Umso mehr gelte es, in bewährter Weise - modern und traditionell zugleich - Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen.

Landwirtschaft ist nicht Nostalgie

"Was aber soll dieses Nachhaltigkeitsgelabere von Leuten, die noch nie einen Stall von innen gesehen haben?", fragte Bauersachs und forderte in diesem Zusammenhang weniger Reglementierung, eine weniger nostalgiebehaftete Sicht auf die Landwirtschaft, mehr Realitätssinn und mehr Verständnis für die Landwirte und Anerkennung ihrer Fachkompetenz.
In diesem Prozess seien es vor allem die Landfrauen, Multitalente in Beruf, Familie und auf dem Hof. "Das Bild unserer Landfrauen", erklärte die Kreisbäuerin, "hat sich gewaltig geändert - von Gummistiefel und Schürze hin zu Kostüm und Laptop."

Festredner, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, gab sich begeistert vom Engagement der Landfrauen. "Wie geht es weiter im ländlichen Raum, wenn junge Leute abwandern, wenn Höfe keine Nachfolger finden und die Menschen oftmals keine Kraft mehr haben?", fragte er. Antworten gab Bedford-Strohm, indem er sich aus seiner, der christlichen Sicht, mit dem Jahresthema "Miteinander auf dem Weg" und der Suche nach dem Glück beschäftigte. Wegzehrung dafür sei nicht nur materielle Nahrung. Zuversicht komme aus dem christlichen Glauben, und das ist nach seiner Auffassung der tragfähigste Weg.

19 Frauen singen seit Anbeginn mit

16 Frauen aus dem Landkreis hatten sich am 6. Februar 1989 zu ihrer ersten Singstunde getroffen. Das war die Geburtsstunde des Landfrauenchors, dessen Geschichte Ehrenbezirksbäuerin und Chorbeauftragte Hilde Scheler Revue passieren ließ. Heute singen 38 Frauen im Chor mit, 19 davon von Anfang an. "Singen", so Hilde Scheler, "ist ein Ausdruck von Lebensfreude und vom Miteinander in der Chorgemeinschaft." Mit seinem vielseitigen Repertoire bereichert der Landfrauenchor Coburg unter Leitung von Brigitte Buron alljährlich viele Veranstaltungen. Zum Jubiläum überreichte Rosi Kraus die Ehrenurkunde und würdigte den Chorzusammenhalt seit einem Vierteljahrhundert.

Witzig moderierten Heidi Bauersachs und ihre Stellvertreterin Dagmar Hartleb die Grußworte der Ehrengäste, die sich Fragen zum Berufsbild der Bäuerin, zum ländlichen Raum als Heimat oder zum bäuerlichen Familienbetrieb zu stellen hatten. In der Bäuerin von heute sieht der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach beispielsweise eine leistungsbewusste Frau, Kreisobmann Gerhard Ehrlich eine moderne und zugleich traditionsbewusste Frau, Meeders Bürgermeister Josef Brunner (SPD) eine Managerin für Haus, Hof, Garten und Büro und Heinrich Bedford-Strohm diejenige, die gutes Essen auf den Tisch stellt. Nach all der Theorie mussten die Männer auf der Bühne dann auch noch ihre "Alltagstauglichkeit" unter Beweis stellen und einen Knopf annähen. Dabei gab es natürlich jede Menge kluger Tipps und witziger Kommentare.

Herzerfrischend gelacht

Nach einem turbulenten Showtanz von Jonas Hanft aus Neida durfte noch einmal herzerfrischend gelacht werden. Diana Schramm, Evelyne Schramm und Benjamin Otto spielten den Sketch von der knusprigen jungen Ente.

Übrigens wurden aus den Reihen der Landfrauen 1361 Euro gespendet. Die Hälfte davon durfte der Landesbischof für ein Ruanda-Projekt mitnehmen. Die andere Hälfte kommt dem bäuerlichen Hilfsdienst zugute.