Das Landestheater Coburg muss umplanen - wieder einmal umplanen in dieser Spielzeit des permanenten Ausnahmezustands. Weil der Lockdown mit seinen Einschränkungen bis mindestens zum 20. Dezember verlängert wurde, muss das Landestheater entsprechend die bislang von Anfang Dezember an geplanten Vorstellungen erneut verschieben. Das gilt für die eigentlich am 4. Dezember geplante Premiere von Händels Oper "Alcina" ebenso wie für die verspätete Premiere des Weihnachtsstücks "Der kleine Lord".

Hinter den Kulissen freilich laufen die Proben weiter. Denn für Intendant Bernhard F. Loges ist klar: "Wir bereiten uns vor, um möglichst bald wieder spielen zu können", wenn der Lockdown beendet wird.

Eine leise Hoffnung hegt Loges noch, den "Kleinen Lord" in dieser Saison eventuell doch noch zumindest in einigen Aufführungen zeigen zu können. Klar ist aber schon jetzt: "Wir werden das Weihnachtsmärchen in der neuen Spielzeit wieder auf das Programm setzen, denn ein solches Stück kann man nicht sang- und klanglos verschwinden lassen." Unterdessen geht Loges davon aus, dass Händels "Alcina" in der aktuellen Spielzeit auf jeden Fall noch Premiere feiern wird.

Wegen des verlängerten Lockdowns werde man aber die Abfolge der noch ausstehenden Proben bis hin zur Generalprobe "etwas entzerren" und deshalb die szenischen Proben erst am Montag fortsetzen. Loges gibt sich unverdrossen optimistisch: "Wir sind vorbereitet, entsprechend viel spielen zu können" - sobald der Lockdown beendet ist.

Innerlich Abschied genommen hat Loges freilich inzwischen von großen Produktionen wie Richard Wagners "Walküre" und Bohuslav Martinus "Die griechische Passion", die unter diesen Bedingungen nicht zu produzieren seien.

Was wird aus dem "Messias"?

Unklar ist unterdessen noch, was mit den für den 23. und 25. Dezember geplanten Konzerten des Opernchores mit dem ersten Teil von Händels "Messias" passiert. Denkbar sei, den "Messias" eventuell im Frühjahr in zwei Teilen in St. Moriz aufzuführen. Gespräche dazu habe es mit Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein und Dekan Stefan Kirchberger bereits gegeben.

Verstärkt in sozialen Medien aktiv

Für einen Wiederbeginn des Spielbetriebs nach dem Lockdown sieht sich der Intendant gut gewappnet. Schließlich stehen jene Stücke bereit, die in dieser Saison bereits Premiere feierten oder als Wiederaufnahme übernommen wurden - vom umjubelten Sinatra-Abend "Fly me to the Moon" über die "Globe Songs" von Schauspieldirektor Matthias Straub und die Schauspiel-Produktionen "Bezahlt wird nicht!" sowie "Das Abschiedsdinner" bis zum eindringlichen Ballett-Abend "Social Dis-Dancing".

Daneben wurde Mozarts Oper "Cosi fan tutte" bereits vorgeprobt und die Studio-Produktion "Aus dem Nichts" in der Regie von Frederik Leberle bis zur Generalprobe vorbereitet.

Als erste Musiktheater-Premiere nach dem erhofften Lockdown-Ende soll die Johann-Strauß-Operette "Wiener Blut" Premiere feiern. Die Proben dazu werden am 7. Dezember beginnen. "Mir ist es wichtig, dass wir so bald wie möglich wieder spielen können", sagt Loges - "weil wir eine gesellschaftliche Verantwortung haben". Denn Theater diene natürlich nicht nur zur Entspannung, sondern sei mit seinen Aufführungen ein Angebot zur Diskussion bei wichtigen aktuellen Themen.

Online-Adventskalender

Verlässliche Planung ist in diesen Wochen und Monaten auch für das Landestheater eine große Herausforderung - nicht zuletzt in der Kommunikation mit dem Publikum.

Deshalb wurde das übliche Spielzeitheft in dieser Saison bewusst aufgeteilt. Der zweite Teil soll im neuen Jahr erscheinen. "Wir werden verstärkt in den sozialen Medien wieder aktiv sein und versuchen, das Publikum mitzunehmen", kündigte Loges an und versprach einen Online-Adventskalender.

Bei allen Schwierigkeiten in der Corona-Zeit sieht Loges durchaus aus positive Aspekte während der Krise: "In der Region gibt es sehr viele gute Kontakte." Loges spürt bei anderen Kulturinstitutionen den Wunsch, "etwas gemeinsam zu bewegen" - auch nach Corona-Zeiten.