Das Landestheater Coburg ist ein Ort für Träume. Wenn es aber zwangsweise geschlossen ist wie in diesen neuerlichen Lockdown-Wochen? Dann erst recht - denn auch bei geschlossenem Vorhang bleibt die Fantasie lebendig, lässt sich beflügeln - beispielsweise von Kinderwünschen.

Das demonstriert das Landestheater mit einem Projekt, das derzeit in den Schaukästen am Theaterplatz zu sehen ist. "Ich wünsche mir, ..." lautete das Motto einer Aktion, die das "Junge Landestheater" in Zusammenarbeit mit Schulen aus der Region umgesetzt hat.

"In Vorbereitung auf unseren digitalen Adventskalender haben wir natürlich nach Beiträgen gesucht und die Ensemblemitglieder aus den verschiedenen Sparten aufgerufen, sich mit Ideen zu melden. Hieraus entstand die Idee von Schauspielerin Kerstin Hänel, Kinderwünsche vorzulesen, sozusagen als Initialzündung", erklärt Theaterpädagogin Christin Schmidt auf Nachfrage.

Ein weiterer Auslöser, so Christin Schmidt, sei aber auch die Situation in den Schulen gewesen. Dort werde zwar viel über die Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen gesprochen, was ja auch richtig und wichtig sei. "Aber mir scheint, wir vergessen dabei die Kinder mit ihren Bedürfnissen. Jedes Kind hat Träume und Wünsche, die man mit Geld nicht kaufen kann!"

Wünschen eine Stimme geben

Damit die Kinderwünsche in diesen schwierigen Zeiten nicht verloren gehen oder in Vergessenheit geraten, wollte das Landestheater diese Wünsche sammeln und ihnen eine Stimme geben, erklärt die Theaterpädagogin: "Daher haben wir die Idee gemeinsam weiterentwickelt und ein Projekt mit Wünsche-Boxen an den teilnehmenden Schulen initiiert, das anschließend in eine dreiteilige Lesung im Rahmen des Adventskalenders mündete."

Ende November hatte das Landestheater die Boxen in die Schulen gegeben, danach die Wünsche gesichtet und zu einer dreiteiligen Lesung zusammengestellt - vorgetragen von Kerstin Hänel. Zu erleben sind diese Lesungen auf dem YouTube-Kanal des Landestheaters.

"Was wünschst du dir am meisten, was man sich mit Geld nicht kaufen kann?" - mit dieser Frage wurden Kinder und Jugendliche konfrontiert. Träume, Sorgen und Geschichten erzählen von dem, was Schüler in Zeiten der Pandemie bewegt.

Klar, dass bei den Wünschen, die in der Wünsche-Box des Landestheaters landeten, immer wieder das Thema Gesundheit eine wichtige Rolle spielte. Aber auch ganz individuelle Anliegen wurden formuliert ("Ich wünsche mir, dass mein Papa mit dem Rauchen aufhört", "Ich wünsche mir, dass meine Eltern wieder zusammenkommen").

Erfreut über große Resonanz

"Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz", bilanziert Christin Schmidt im Gespräch mit dem Tageblatt: "Als ich den Aufruf überwiegend an die Grundschulen in der Stadt gestartet habe, ob sie sich daran beteiligen möchten, haben fast alle zugesagt und waren hellauf begeistert. Manche wollten dieses Projekt auch sofort mit ihren Unterrichtsinhalten verbinden. Insgesamt erreichten uns auf diese Weise 698 Wünsche."

Auch im Nachgang gab es für das Theaterprojekt Lob aus der Lehrerschaft: "Aus einer Schule erreichte mich auch die Rückmeldung, dass sie sehr glücklich waren, den Schülern endlich einmal wieder Abwechslung bieten zu können", erzählt Christin Schmidt.