Das Deutsche Schützenmuseum auf Schloss Callenberg freut sich bedeutsamen Zuwachs. Wie Oberschützenmeister Stefan Stahl erklärte, hätten die aus massivem Silber gefertigten Orden einen würdigen Platz im Coburger Zimmer, bei der Königskette, gefunden.

Bei einem Festakt im Rosengarten von Schloss Callenberg Festakt dankte Stahl für die Möglichkeit, die Festveranstaltung in einer derart großartigen Location durchführen zu dürfen.

Wie Stahl ausführte, sei diese Übergabe der anstehenden Corona-Pandemie geschuldet. Diese Situation habe viele gesellschaftliche Ereignisse verhindert. So gab es bereits im März keine Hauptversammlung. Des Weiteren gab es kein Sommeranfangsschießen, kein Vogelschießen mit dem dazugehörenden Königsschießen und sehr wahrscheinlich werde auch das Oktoberfest nicht stattfinden. "So, nun hatten wir die handgearbeiteten Orden aus massivem Silber für 2020 übrig. Zum Einschmelzen sind sie zu schade und zum auf immer im dunklen Tresor im Schützenhaus zu vergaben ebenso", unterstrich Stahl.

Nach einem Gespräch bei Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha kam man zu der gemeinsamen Überzeugung, dass diese im Deutschen Schützenmuseum Coburg am besten aufgehoben wären. So konnte der neunfache Rekord-Schützenkönig Rainer Reißenweber die Orden dann an den Leiter des Deutschen Schützenmuseums, Stefan Grus, übergeben.

Da die Schützengesellschaft Coburg noch den original Gamsbart von Herzog Carl Eduard besaß und dieser sich langsam in seine Einzelteile aufzulösen begann, überreichte der Ehrenoberschützenmeister Hans-Herbert Hartan an Stefan Grus auch diesen historischen Gamsbart. Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha würdigte die hohen ehrenamtlichen Verdienste von 2. Schützenmeister Manfred Florschütz um den Schützenverein Coburg. Flohrschütz wurde mit dem Protektoratsabzeichen bedacht.

Prinz Andreas betonte: "Manfred Florschütz hat sich vorbildlich in das Amt des 2.Schützenmeisters eingelebt. Er hat eine eigene Arbeitsgruppe gegründet, mit der er die Schießanlage in einen technischen und optischen Zustand gebracht hat, den sie schon lange nicht mehr hatte.". Weiter betonte er, Reißenweber habe zudem seine Aufgabe als sportlicher Leiter bestens im Griff. "Lieber Schützenbruder Manfred Florschütz, diese Auszeichnung hat Du Dir redlich verdient!", fügte der Prinz an.

Zum Ehrenschützen ernannt

Der Oberschützenmeister bezeichnete es als eine besondere Freude, dass er Rolf Platsch zu seinem ersten Ehrenschützen ernennen durfte. Stahl kenne Platsch schon von Kindesbeinen an. "Rolf Platsch ist in unsere Gesellschaft vor 60 Jahren eingetreten. Er wurde dann Mitglied im legendären Jungschützenstammtisch. Dieser tagte bis vor kurzem jeden Freitag im Ratskeller. Der Altersschnitt lag zum Schluss bei 85 plus, schon eine beachtliche Zahl für Jungschützen.", hob Stahl hervor. Platsch habe sich auf unterschiedlichste Art und Weise im Schützenverein engagiert und sei noch bis vor drei Jahren regelmäßig bei jedem Aus- und Einzug anwesend gewesen. Er und der Ehrenoberschützenmeister Hans-Herbert Hartan werden Platsch die Urkunde persönlich vorbeibringen.

Seit dem Jahr 2017 hat der Coburger Schützenverein die Tradition der "Schützenliesl" ins Leben gerufen. Schützenliesl kann die junge Frau werden, die kein Mitglied im Schützenverein ist. Sie muss sich vor einem Komitee darstellen und erklären, warum sie die geeignete Person als Schützenliesl sei.

Das Komitee stimme dann darüber ab. Zudem muss sie mit der Armbrust schießen und ihre Punkte würden, nach einem entsprechenden Schlüssel, gewertet und den abgegebenen Stimmen hinzu gezählt. Drei junge Frauen lagen bei dieser Darstellung und den Armbrustschüssen sehr dicht beieinander. Als Schützenliesl wurde Janet Schelhorn erkoren. Alexandra Dehler und Julia Hahn werden sie gegebenenfalls bei entsprechenden Auftritten der Schützengesellschaft Coburg vertreten oder ihr zur Seite stehen.

Wie Stahl noch mitteilte, werde man sehr wahrscheinlich eine Weihnachtsfeier 2020 im Gasthof Rose in Grub am Forst abhalten. Dort habe man ein geeignetes Hygienekonzept. Was mit dem Silvesterschießen sich ergebe, sei noch unklar.