Der Arbeitskreis Rad, in dem sich Stadtratsmitglieder von CSU, SPD, Grünen und Pro Coburg engagieren, möchte das Radfahren in der Coburger Innenstadt attraktiver machen. Eine erste konkrete Maßnahme hätte bereits am Donnerstag vom Stadtrat beschlossen werden können. Doch obwohl sich allen voran auch Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) für eine Freigabe des Radverkehrs in beide Richtungen in der Webergasse aussprach, wurde das Vorhaben erst einmal gestoppt - beziehungsweise mit 20:18 Stimmen zur "weiteren Beratung" in den sogenannten Geschäftsgang verwiesen.

OB Sauerteig verwies auf die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK). Diese hatte erst im vergangenen Jahr bei einem Besuch in Coburg deutlich mehr Maßnahmen zugunsten des Fahrradverkehrs in der Vestestadt angemahnt. Unter anderem wurde auch erklärt, dass mehr Einbahnstraßen für Radfahrer in beide Richtungen befahrbar gemacht werden sollten. Es müsste künftig sogar die Ausnahme sein, dass Radfahrer nicht in beide Richtungen fahren dürfen. Entsprechend werde es dann auch für Autofahrer immer selbstverständlicher, dass ihnen in einer Einbahnstraße ein Radfahrer entgegenkommen kann.

Zwei Stellplätze würden wegfallen

Konkret auf die Webergasse bezogen sagte Dominik Sauerteig, dass bei einer Freigabe für Radfahrer in beide Richtungen zwei der acht Kurzzeitparkplätze wegfallen würden. Unberührt von der Maßnahme blieben weitere vier reine Anwohnerstellplätze.

Auf solche Details ging Roland Eibl von der CSU/JC-Fraktion gar nicht ein. Ihm war vielmehr der grundsätzliche Hinweis wichtig, dass der Arbeitskreis Rad kein offiziell vom Stadtrat eingesetztes Gremium sei. Stattdessen hätte vor einer geplanten Beschlussfassung wie der zur Webergasse erst der Verwaltungssenat, der Finanzsenat und auch der Bausenat beteiligt werden müssen. Doch genau dies kann beziehungsweise soll jetzt im "Geschäftsgang" nachgeholt werden.

In diesem besagten Geschäftsgang befindet sich seit Donnerstag auch der Antrag des Arbeitskreises Rad, den Posten eines Radverkehrsbeauftragten zu schaffen. Diese Person soll Ansprechpartner für alle Bürger und Institutionen sein, die sich mit der Entwicklung des Radverkehrs beschäftigen und zugleich eine Verbindung zur Verwaltung darstellen.

Dem Arbeitskreis Rad gehören an: Barbara Kammerscheid (CSU), Petra Schneider und Stefan Sauerteig (beide SPD), Jürgen Heeb und Thomas Apfel (beide Pro Coburg) sowie Wolfram Haupt (Grüne).