Eine kleine Runde interessierter Obstfreunde begrüßte Thomas Neder am Obstlehrgarten zur "Coburger Weinlese". Nachdem die starken Spätfröste auch im Obstlehrgarten sichtbare Spuren hinterlassen hatten, gab es alternativ zur geplanten Besprechung empfehlenswerter Weinreben eine fachliche Vorstellung von 15 Birnensorten. Dabei waren Sortenhighlights wie die schmelzend süße Rote Williams, die XL-Birne Pitmaston oder die sehr zuverlässig tragende Doppelte Philippsbirne. Nicht fehlen durften auch einige Saxonia-Birnen, die sich vor allem durch ihre Robustheit gegenüber Schorf auszeichnen. Vorstellt wurden dabei zum Beispiel die leuchtend rotbackige Spätherbst-/Winterbirne Eckehard und die regelmäßig fruchtende Winterbirne David - Sorten, die man für den Hausgarten wie Gerburg oder Hortensia empfehlen kann.

Wichtiger denn je, so Neder, sei die Wahl passender Unterlagen und Sorten. "Kofferraum auf und rein mit dem Schnellkauf" mache gerade heute, wo die fachlichen Ansprüche im Zuge des Klimawandels immens gestiegen seien, keinen Sinn mehr. Hier komme der fachlichen Beratung eine immer größere Bedeutung zu.

Ein Gang durch die Erweiterungsfläche des Lehrgartens beschäftigte sich mit möglichen Obstsorten der Zukunft, die im Zuge des Klimawandels im Obstlehrgarten getestet werden. Als aussichtsreich stellte Neder die Hybriden aus amerikanischen und japanischen Kakis vor, bei denen ihm zum einen die Fruchtgröße und zum anderen die Frosthärte ausreichend erscheinen.

Kleinere Formen der kräftig wachsenden Maulbeerbäume wie "Mojo Berry" oder "Zickzack" seien vor allem für Hausgärten interessant, während die kräftig wachsenden reinen Arten als interessante Haus- und Schattenbäume künftig wieder von Interesse sein könnten. Bei den Mandeln kämen vor allem Süßmandeln und Krachmandeln in Frage. In geschützter Lage erfreuten sie schon alleine durch ihre prächtige Blüte, die in diesem Frühjahr wochenlang angedauert habe.

Chinesische Datteln

Kaum bekannt, aber einen Versuch wert seien mittlerweile Chinesische Datteln mit runden, oder länglichen Früchten, die etwas an Oliven erinnern. Aus den Halbwüsten Chinas kommend gedeihen sie mittlerweile auch bei uns. Bei den wärmebedürftigen Esskastanien sind es vor allem die relativ klein bleibenden Auslesen wie "Maraval" oder "Belle Epine", die auch im Hausgarten künftig Verwendung finden könnten.

Vorgestellt wurden außerdem großfruchtige Sorten der Haselnuss. Im Obstlehrgarten werden zum Beispiel Sorten wie "Hallesche Riesennuss", auf die Baumhasel veredelt, spindelförmig kompakt gezogen.

Im zentralen Bereich des Obstlehrgartens besprach man die drei Kiwi-Arten Trauenkiwi, Sommerkiwi und großfruchtige Kiwi, die mittlerweile in der Anlage gedeihen. Neder empfahl hier, auf vier bis fünf weibliche Pflanzen zumindest ein Männchen dazuzusetzen. Wichtig sei wie bei Weintrauben ein für den Fall der Fälle bereitgelegter Schutz gegen Spätfröste.

Ein weiteres Thema war die Erziehungsform von Quitten. Hier erläuterte der Geschäftsführer des Verbandes die platzsparende Spindelerziehung und die Variante mit vier bis fünf straußartigen Seitenästen.

Großen Anklang fand die neue Wildobstart Pünktchenbeere, eine Auslese der Ölweide, die es mittlerweile in Gelb und Rot gibt. Als besonders gut schmeckende Sorte wurde die früh reifende "Fruithunters Cheriffic" herausgestellt.

Der Lehrgarten ist noch bis zum 30. Oktober geöffnet.