Dass ein Kollege fehlte, sorgte bei den Bürgermeistern und den übrigen Mitgliedern des Coburger Kreistags am Donnerstagnachmittag für wilde Spekulationen. Das Gemeindeoberhaupt werde von überregionalen Medienteams belagert - wegen des Prozesses, der am Mittwoch in Coburg angelaufen war. Zwei ehemalige Mitarbeiterinnen einer Kita in der Region müssen sich verantworten, weil sie Kinder mehrfach übel misshandelt haben sollen.

Eine der beiden Angeklagten ist inzwischen in einer gemeindeeigenen Kita im Landkreis Coburg angestellt. Der Bürgermeister dieser Gemeinde befand sich tatsächlich deshalb den ganzen Donnerstag über in Gesprächen wegen der Angelegenheit und fehlte deshalb im Kreistag, wie er bestätigte.

Die Gemeinde veröffentlichte am Abend eine kurze offizielle Erklärung und bestätigte, dass eine der beiden angeklagten Frauen seit dem 1. September 2015 als staatlich anerkannte Erzieherin in der Kindertagesstätte der Gemeinde beschäftigt sei. "Ihre Arbeit mit den Kindern wird vom Elternbeirat, der Gemeinde als Träger und den Kolleginnen sehr geschätzt."

Abschließend heißt es: "Zur Wahrung der Interessen der Kinder und der Mitarbeiterin" sei die Frau "bis zum Abschluss des Verfahrens vom Dienst freigestellt".

Hinweis Aus presserechtlichen Gründen veröffentlichen wir weder Namen noch Ort der Kita, in der die Misshandlungen geschehen sein sollen, noch den Ort, wo die Angeklagte arbeitet. Es gilt die Unschuldsvermutung.
 

Hinweis: Das Verfahren gegen die Kindergartenleitung ist zwischenzeitlich durch Freispruch im Berufungsverfahren beendet worden.