Wenn sich Begeisterungsfähigkeit mit Können und konzentrierter Probenarbeit verbinden, können in der Musik außergewöhnliche Dinge passieren. Das erlebten zahlreiche Besucher beim Osterkonzert des Jugend-Symphonieorchesters Oberfranken, das erstmals in der Kultur- und Sporthalle in Frohnlach gastierte.


Denn nach einer intensiven Probenwoche im Schullandheim von Weißenstadt im Landkreis Wunsiedel präsentierte dieses Orchester auf Zeit ein anspruchsvolles romantisches Programm unter dem Titel "Schicksalsträume" mit großer Überzeugungskraft, mit packender Intensität und bemerkenswerter Klangfülle.


Schon bei einigen ausgewählten Sätzen aus Felix Mendelssohn-Bartholdy Schauspielmusik zu William Shakespeares "Sommernachtstraum" beeindruckte das Jugend-Symphonieorchester mit jungen Talenten aus ganz Oberfranken ebenso durch sein stilsicheres Musizieren wie durch abgerundete Klangschönheit in allen Instrumentalgruppen - von den Streichern über die Holzbläser bis hin zu den Blechbläsern.


Umsichtiger Dirigent

Till Fabian Weser, der das Jugend-Symphonieorchester seit fünf Jahren leitet, erwies sich auch bei diesem Konzert als jederzeit umsichtiger Dirigent, der die jungen Musiker regelrecht anzuspornen verstand und doch nie die Kontrolle verlor, sondern stets auf präzises Zusammenspiel und ausgewogenen Gesamtklang achtete.


Als Solist im f-Moll-Klarinettenkonzert von Carl Maria von Weber beeindruckte dann Jonathan Weimar. Der junge Klarinettist aus Bamberg, seit 2013 Schüler von Christoph Müller, dem Solo-Klarinettisten der Bamberger Symphoniker, brillierte mit virtuoser Geläufigkeit in den raschen Ecksätzen, gefiel aber ebenso durch die abgerundete Klangschönheit seines Klarinettentones in allen Lagen.


Reichlich Beifall

Schon dafür gab es verdientermaßen reichlich Beifall. Trotzdem gab es im zweiten Teil nochmals eine Steigerung. Denn das Jugend-Symphonieorchester ließ sich nach der Pause von Tschaikowskis wuchtiger 5. Symphonie e-Moll geradezu beflügeln. Das viersätzige Werk gelang mit packender Intensität in den dramatisch gefärbten Ecksätzen. Zum Herzstück wurde der ungemein ausdrucksvoll interpretierte langsame Satz mit seiner sehnsuchtsvollen Hornmelodie.


Mendelssohn als Zugabe

Klar, dass Orchester und Dirigent erst nach einer bereitwillig gewährten Zugabe vom Podium gelassen wurden - Mendelssohns berühmter Marsch aus dem "Sommernachtstraum".


Endgültiger Abschluss eines Konzertes, das beim Publikum in Frohnlach noch lange nachklingen dürfte.




Ein außergewöhnliches Orchester und seine Dirigenten und Solisten


Klangkörper Das Jugendsymphonieorchester Oberfranken wurde 1984 von dem Musikpädagogen Professor Günther Weiß gegründet, der viele Jahre als künstlerischer Leiter der Musikbegegnungsstätte Haus Marteau tätig war. Seit der Gründung kommen junge Musikerinnen und Musiker aus ganz Oberfranken jeweils kurz vor Ostern zu einer Probenwoche zusammen und erarbeiten unter professionellen Bedingungen ein anspruchsvolles Konzertprogramm. Seit 2013 steht Till Fabian Weser an der Spitze des Jugendsymphonieorchesters Oberfranken.

Till Fabian Weser, 1965 in Bloomington (USA) geboren, absolvierte Dirigierkurse bei Carl St. Clair, Sir Roger Norrington und Wolfgang Schäfer. 2005 übernahm er die Leitung des europäischen Orchester- und Opernworkshops "Sommer Oper Bamberg". Seit 1994 ist Weser als Trompeter Mitglied der Bamberger Symphoniker.

Jonathan Weimer Der junge Klarinettist Jonatahn Weimer aus Bamberg ist Schüler von Christoph Müller, dem Soloklarinettisten der Bamberger Symphoniker.