Geschafft. Glücklich, aber auch ein wenig müde sitzen die drei jungen Filmemacher vor der Leinwand im Kino 4 des Coburger "Utopolis". Regisseur Jakob Lass, die aus Coburg stammende junge Produzentin Ines Schiller und Produzent und Komponist Golo Schultz sind am Ziel ihrer Promotion-Tournee für ihren Spielfilm "Love Steak" angekommen.

In 36 deutschen Kinos startet ihr bereits mehrfach preisgekrönter Streifen. Nach der Vorab-Premiere läuft der Film ab Donnerstag auch ganz offiziell im Coburger Programm.

Urlaubsreif fühlt sich das Trio nach all dem Wirbel, den "Love Steaks" in den letzten Wochen und Monaten verursacht hat. Vier Förderpreise in der Kategorie "Neues Deutsches Kino" hat ihr Beitrag beim Filmfest München im vergangenen Jahr abgeräumt.
Manche weitere Auszeichnung ist seitdem hinzugekommen - darunter die Nominierung für den "Deutschen Filmpreis Lola" und jüngst der renommierte Max Ophüls-Preis beim gleichnamigen Filmfestival in Saarbrücken.

Preise können bares Geld wert sein. Denn schon die Nominierung für den "Deutschen Filmpreis" ist gleichbedeutend mit dem Anspruch auf Unterstützung durch die Filmförderung, erläutert Regisseur Jakob Lass.
Dabei sind Lass, Schilling und Schultz im Falle von "Love Steaks" noch in der komfortablen Situation gewesen, gar nicht um einen Etat kämpfen zu müssen. "Wir sind ja alle noch Studenten an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg", erklärt Ines Schiller: "Das ganze Filmteam bei ,Love-Steaks' musste deshalb nicht bezahlt werden". Und auch die technische Ausrüstung gab's leihweise gratis.

Das junge Filmemacher-Trio hat hehre künstlerische Ziele, will kein Kommerz-Kino machen, sondern möglichst unabhängig bleiben - wie bei "Love Steaks". "Fogma" nennen sie ihre spezielle Methodik des Filmdrehs - in Anspielung an die Dogma-Filme von Lars von Trier und seinen Mitstreitern.

Nicht um die makellose Optik geht es in diesem Streifen, sondern um authentisches Ambiente, um die Unmittelbarkeit des Ausdrucks. Gedreht wurde diese Liebesgeschichte im Luxushotel tatsächlich in einem solchen Hotel - mitten im laufenden Betrieb und mit den Angestellten als Darstellern. Nur drei Schauspielprofis waren an diesem Projekt beteiligt - im Zentrum Lana Cooper in der Rolle des Küchenlehrlings Lara und Franz Rogowski als Masseur Clemens. Die lebenslustige Lana und der vorsichtige, zurückhaltende Clemens erleben eine Liebesgeschichte voller Konflikte und Auseinandersetzungen. Manchmal ist die Bildsprache von schonungsloser Direktheit, die bisweilen aber auch befreiend ironisch wirken kann - Resultat einer ungewöhnlichen Produktionsmethode. Denn "Love Steaks" kommt ohne schriftlich fixiertes Drehbuch aus.

Im Vorfeld waren 18 Szenen skizziert worden, doch vor Ort blieb reichlich Raum für Improvisation. An insgesamt 28 Drehtagen entstanden auf diese Weise 78 Stunden Material. "Danach haben wir sechs Monate geschnitten", erzählt Ines Schiller.