Nach der Panne vom Wochenende hat am Dienstag nun auch in Stadt und Landkreis Coburg die Impfung gegen den Corona-Erreger begonnen. Am Morgen rückten vom Impfzentrum in Witzmannsberg zwei mobile Teams aus und auch im Zentrum selbst wurde bereits der Betrieb aufgenommen.

Der zunächst gelieferte Impfstoff war nach einer Entscheidung der Landräte aller betroffenen Landkreise nicht eingesetzt worden. Er wurde zurückgeführt und soll nun erneut geprüft werden, ob er gegebenenfalls doch verwendet werden kann.

Damit auch in den Landkreisen geimpft werden kann, die von der ersten Charge betroffen waren - es waren fast alle oberfränkischen Kreise - wurden noch am Montag neue Impfdosen geliefert. Coburg erhielt nach Auskunft von Landrat Sebastian Straubel 475 Einheiten. "Ich bin erleichtert, dass uns die Gesundheitsministerin Melanie Huml und die Regierung von Oberfranken eine neue Charge an Impfstoff haben liefern lassen", sagte Straubel am Dienstag.

Entscheidung für Sicherheit

Die Landräte hätten sich geeinigt, den ersten Impfstoff nicht zu verwenden, weil sie den Bürgern signalisieren wollten, dass nur ein zu 100 Prozent zuverlässiger Impfstoff zum Einsatz kommt, erklärte er. Sowohl der Hersteller Biontech als auch die zuständigen Fachstellen bei Gesundheitsministerium und Landesanstalt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, hatten die Verwendung des Impfstoffs für unbedenklich erklärt, weil die optimale Kühlung nur kurz unterbrochen gewesen sei.

Die Kräfte am Impfzentrum kommen aus ganz unterschiedlichen Situationen. Natalie Moll beispielsweise ist Kinderkrankenschwester und eigentlich in Elternzeit. Daneben arbeitet sie jetzt aber im stationären Impfteam des Zentrums: "Ich wollte mal raus und was Sinnvolles tun", sagt sie.

Thomas Vollrath ist Rettungssanitäter beim BRK. "Ich kann mich neben meinem eigentlichen Dienst hier im mobilen Impfteam engagieren", sagt er. Zusammen mit seinem Kollegen Ronny Hertz rückte er am Dienstag zum ersten Einsatz aus. Das Seniorenheim der Flenderschen Spitalstiftung in Seßlach und das ASB-Seniorenheim "Am Park" in Coburg waren die ersten Ziele der beiden mobilen Teams. Daneben wurde auch mit der Impfung des Personals am Klinikum in Coburg begonnen und der Betrieb am Zentrum in Witzmannsberg aufgenommen. Die gelieferten Impfdosen waren ausreichend für Dienstag und Mittwoch. Für Donnerstag war die nächste Lieferung angekündigt, damit der Betrieb ungehindert fortgesetzt werden kann.

Werktags 130 Euro die Stunde

Die Einteilung und Zuweisung von Ärzten für das Impfzentrum erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung in Bayern (KVB). Die Höhe der Vergütung wird teilweise kritisch gesehen. Dr. Axel Heise, stellvertretender Pressesprecher der KVB in München, gibt aber zu bedenken, dass niedergelassene Ärzte unter Umständen ihren Praxisbetrieb ruhen lassen, um im Zentrum zu arbeiten. Ärzte, die über die KVB eingesetzt werden, erhalten deswegen werktags einen Satz von 130 Euro pro Stunde. Ab Freitag, 13 Uhr, und am Wochenende beträgt das Honorar 160 Euro in der Stunde.

Bei Vollbesetzung sind im Impfzentrum 44 Kräfte im Einsatz. Bis auf weiteres ist das Zentrum von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Stand heute ist der Betrieb bis Ende Juli 2021 vorgesehen. Eine Fortsetzung ist möglich, wenn die Impfaktion dann noch nicht abgeschlossen sein sollte.