Die Corona-Zahlen steigen in Bayern massiv, viel stärker als in anderen Teilen Deutschlands. Vor allem Schulkinder infizieren sich vermehrt mit dem Virus. Der Freistaat will trotz teils drastisch gestiegener Corona-Inzidenzen, etwa unter Schulkindern, einen neuen Lockdown unbedingt vermeiden. "Wir wollen auch keinen Lockdown für Ungeimpfte als theoretisch denkbare Maßnahme", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung. "Flächendeckende Lockdowns sind keine Option."

Ein Wiedereinführen der Maskenpflicht für Schüler werde frühestens nach Ende der Herbstferien diskutiert, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Doch wie stellt sich die Lage an unseren Schulen und Kitas dar? In Coburg machen infizierte Schüler 23 Prozent aller positiven Fälle in Stadt und Landkreis aus. Seit Beginn des Schuljahres (14. September) bis einschließlich vergangenen Montag waren rund 130 Schüler in 92 Klassen infiziert. Zur Einordnung: Insgesamt waren in diesem Zeitraum 570 Menschen im Kreis Coburg mit dem Corona-Virus infiziert.

"Die 130 Schüler sind zu etwa gleichen Teilen auf Grundschulen (unter 12 Jahre) und weiterführende Schulen (über 12 Jahre) verteilt", berichtet Corinna Rösler vom Landratsamt Coburg auf Anfrage unserer Zeitung. Tritt in einer Klasse ein positiver Corona-Fall auf, ermittelt das Gesundheitsamt zunächst die Kontaktpersonen dazu.

Sobald ein zweiter Fall in der Klasse auftritt, wird die komplette Klasse in Quarantäne geschickt. Ein Dutzend Klassen wurde seit Schulbeginn laut Rösler komplett in Quarantäne geschickt. "Die Quarantänezeit für die ganze Klasse dauert dann oft aber gar nicht lange, weil sich die Schüler bereits an Tag 5 nach Auftreten des ersten Positivfalles, nicht nach Auftreten des zweiten Positivfalles, frei testen lassen können."

In den Kindergärten verhält es sich so, dass nicht nur einzelne Kinder in Quarantäne geschickt werden, sondern ganze Gruppen, weil sich hier schwer unterscheiden lässt, wer zueinander engen Kontakt hatte und wer nicht. Corinna Rösler: "Die Kinder sitzen ja nicht an festen Plätzen, wie meistens in der Schule." Betroffen waren seit dem 14. September 23 Kinder, verteilt über 13 Einrichtungen in Stadt und Landkreis.

Der stellvertretende Leiter des Coburger Gesundheitsamtes, Ulrich Mauser, schätzt die Lage an den Schulen und Kitas wie folgt ein: "Es wird intensiv getestet und die Pooltests geben ein gutes Abbild der Situation in den Schulen und Kindergärten. Positivfälle sind dadurch aktuell gut zu finden." Im Vergleich zum letzten Jahr sei der Unterricht - aufgrund der kürzeren Quarantänezeit und weil nicht immer gleich zwingend die ganze Klasse in Quarantäne muss - so natürlich besser möglich.

Insgesamt hat das Infektionsgeschehen in Bayern in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Mit knapp 180 liegt die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt.