Infos aus der Praxis überzeugten

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Auf dem Fragebogen notierten sich die Schüler Wissenswertes über Berufe bei Prysmian. Foto: Manja von Nida
Auf dem Fragebogen notierten sich die Schüler Wissenswertes über Berufe bei Prysmian. Foto: Manja von Nida

Die Mittelschule am Moos organisierte einen Berufsorientierungstag für ihre Schüler

"Bei dem berufsorientierten Tag können Schüler mal erleben, wie vielfältig ein Beruf sein kann, denn sie haben oft keine klaren Vorstellungen", weiß Schulleiterin Heike Stegner-Kleinknecht von der Mittelschule Am Moos, wenn es um die Berufswahl geht. Und wer kann ein Berufsbild besser beschreiben, als derjenige, der ihn gerade erlernt?

Diese Informationen aus erster Hand bekamen die Moos-Schüler von Auszubildenden. Während ein Teil der Schüler direkt in Betrieben das Handwerk sehen und ausprobieren konnte, sammelten die anderen in der Klasse Informationen. Die Firmen Prysmian, Aldi, Mann + Hummel sowie die Berufsfachschule für Kinderpflege und Hauswirtschaft brachten ihre Auszubildenden gleich mit. Filme und Anschauungsmaterial verdeutlichten die verschiedenen Berufe. Dazu erzählten die "Azubis" von ihrer Ausbildung und von der täglichen Arbeit.

Alles, was die Moosschüler interessierte, wurde beantwortet. "Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, übernommen zu werden? Werden Praktika gern gesehen? Wie gut muss man für eine Ausbildung sein? Wie wichtig sind schulische Leistungen und Talent für die Berufe? - Fragen wie diese interessierten die Schüler am meisten.
Als Gastgeber empfingen die Schüler ihre Besucher, so wie Jannik Heerlein. Der 15-Jährige wird zum Sommer seine Schulzeit beenden und hat bereits einen Ausbildungsvertrag in der Tasche. "Ich habe letztes Jahr meine Bewerbungen geschrieben, zwei an Malerbetriebe, eine an die Firma Sauer, eine an Prysmian und eine an die GWG, weil mein Opa Detlef Heerlein wusste, dass dort eine Stelle frei war."


"Ich freue mich schon auf meine Ausbildung"

Bei der GWG hatte Jannik dann auch ein Schulpraktikum gemacht. Am letzten Praktikumstag nahm ihn der Chef dort zur Seite und wollte wegen einer Bewerbung mit ihm reden. "Der sagte, wenn mein Quali-Schnitt um die 2,5 passt, würde er mich nehmen. So habe ich den Ausbildungsvertrag unterschrieben und jetzt muss ich mich nur noch auf meinen Quali konzentrieren. Jetzt freue ich mich schon auf meine Ausbildung als Anlagentechniker für Heizung, Klima und Sanitärtechnik."

Dilay Esen steht oben im Erfrischungsraum und schaut, dass die Gäste sich in der Schule auch wohlfühlen. Eine hübsch gedeckte Tafel lädt zum ersten Kaffee und zum kleinen Imbiss ein. Dilay (Klasse 8) möchte gern im Einzelhandel arbeiten. "Ich habe schon ein Praktikum im "Fressnapf" gemacht und fand das ganz toll", erzählte die 15-Jährige. Das Arbeitsklima hatte ihr gut gefallen. Gestern umsorgte Dilay mit Klassenkameradin Aleyna Finzel (14 Jahre) die Besucher. Aleyna möchte vielleicht im Altersheim arbeiten, aber unbedingt mit Menschen. Im Kiga "Farbenfroh" hatte sie vor knapp einem Monat bereits ein Praktikum gemacht, doch sie hat mehr den Wunsch, für alt gewordene Menschen da zu sein.

Fachoberlehrerin Agnes Stark von der staatlichen Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung brachte ihre Schülerinnen Natalia und Lena mit, um ihre Ausbildung vorzustellen. Beide Berufsschülerinnen stehen kurz vor dem Abschluss. Lena möchte nach ihrer Ausbildung gern in einer Einrichtung im Küchenbereich wirken. Natalia möchte mehr in die Ernährungsberatung/Familien einsteigen. Der Fachfrau gefiel besonders der hübsch geschmückte Tisch mit seinen kunstvoll kreierten Leckereien. "Es ist ganz wichtig, dass man Liebe zum praktischen Arbeiten hat und das sieht man schon mit einem Blick auf den Tisch", nickte die Pädagogin.


Auf Augenhöhe

Die Ausbilder Frank Pechtold (Maschinenschlosser) und Kommunikationselektriker Michael Dämmrich von der Fa. Prysmian zeigten den Schülern einen Film über die Arbeit dort. Über die Ausbildungsberufe informierten dann ihre Auszubildenden, die Schlosser- und Elektriker-Azubis. "Die müssen doch mit ihren Aufgaben wachsen, da kann nix schiefgehen", setzten die Ausbilder vollstes Vertrauen in ihre zukünftigen Kollegen. Informationen von Berufsschülern zu Schülern seien ganz anders, meinte die Rektorin: "Die bringen das nämlich gleich so rüber, dass unsere Schüler es auch verstehen, eben auf Augenhöhe".