Mit einem Gesamtvolumen von rund 15,6 Millionen Euro geht der Haushalt 2021 in der Gemeinde Ahorn an den Start. Am Dienstagabend erhielt das umfangreiche Zahlenwerk im Gemeinderat die einhellige Zustimmung. Es wurden aber auch einige Mahnungen laut. Vor allem bei den Einnahmen aus Einkommens- und Gewerbesteuer rechnet die Gemeinde mit Einbußen durch die schwierige Zeit der Pandemie.

Konservativ-realistisch

Der 2021er Haushalt, erklärte Bürgermeister Martin Finzel in seiner Haushaltsrede, stehe auf einer konservativ-realistischen Basis. Er könne aus eigener Kraft, also ohne Neuverschuldung, gestemmt werden. Es gehe darum, sorgsam und mit Augenmaß begonnene Projekte umzusetzen und abzuschließen.

Während der Verwaltungshaushalt mit 8,3 Millionen Euro um rund 335000 Euro niedriger angesetzt ist als 2020, steigt die Summe im Vermögenshaushalt auf 7,3 Millionen Euro und damit um zwei Millionen. Dickster Brocken mit gut vier Millionen Euro ist dabei der Neubau des Depots für das Gerätemuseum Alte Schäferei. Zum Glück gibt es dafür eine über 90-prozentige Förderung und finanzielle Unterstützung durch den Förderverein, so dass dieser Bau den Gemeindehaushalt kaum belastet.

Lieber mal ganz vorsichtig kalkuliert

Insgesamt wird die Gemeinde durch die Corona-Pandemie Federn lassen müssen. Deswegen wurden Einnahmen vorsichtshalber eher geringer angesetzt. Bei den Ausgaben ging man in der Kämmerei vom schlechtesten Fall aus. Die freie Finanzmasse für Investitionen fällt mit 808000 Euro deutlich geringer aus als im Vorjahr. Schuldenabbau wird großgeschrieben. Der Schuldenstand liegt bei rund 4,1 Millionen Euro, das sind 988 Euro pro Kopf.

"Nicht nur zu verwalten, sondern auch in diesen Zeiten mutig zu gestalten", beschreibt Finzel den eingeschlagenen Weg, der konsequent fortgesetzt werden solle. Außer in den Depotneubau Alte Schäferei wird in weitere große Projekte investiert (siehe Infokasten).

Beim Straßenbau geht es um den weiteren Ausbau landwirtschaftlicher Kernwege, die Sanierung der Ringstraße, den Geh- und Radweg zwischen Schafhof und Wohlbach und um Planungen zur Sanierung des Fleckenwegs in Eicha. Weitere drei Bushaltestellen in Triebsdorf, Schorkendorf und Witzmannsberg werden barrierefrei umgebaut, und am Ahorner Berg wird ein neues Bushäuschen entstehen. Und das Freizeitzentrum Witzmannsberg soll mit der Neuanlage des Spielplatzes vollendet werden.

Zustimmung und Anerkennung

Aus allen Fraktionen kam Zustimmung und Anerkennung für die Arbeit von Bürgermeister und Gemeindeverwaltung. Hubert Becker (Freie Wähler) würdigte insbesondere, dass diese riesigen Investitionen ohne zusätzliche Kreditaufnahme finanziert werden könnten und auch die vielen kleinen Positionen, die für das Funktionieren einer Gemeinde notwendig seien, nicht gekürzt worden seien.

Auch die Gemeindewerke seien bei einem Bilanzgewinn von 2019 in Höhe von 63000 Euro sehr gut unterwegs, sagte Becker, deren Werksenatsvorsitzender er ist. Aktuell plane man eine Druckleitung vom Regenüberlaufbecken an der Kläranlage Wohlbach zur Pumpstation Schafhof, die im ersten Halbjahr 2022 realisiert werden soll. Damit wäre die Gemeinde Ahorn dann vollständig an die Kläranlage in Meschenbach abgebunden.

"Wir investieren weiter in eine attraktive Heimat", betonte Marcel Trost (CSU/Bürgerverein) und legte für seine Fraktion den Fokus auf "Maß und Mitte" bei den anstehenden Investitionen. Den Schuldenstand bezeichnete er als hoch, aber verträglich.

Der 21er Haushalt, so Matthias Aust (SPD/Grüne), sei ein Spiegel des Investitionsgeschehens in der Gemeinde, auch wenn die finanziellen Spielräume geringer geworden seien. Beim Depotneubau sei es aus Sicht der Fraktion unerlässlich, peinlich genau auf die Einhaltung der Termine zu achten, um die Förderkulisse nicht zu gefährden. Mittelfristig, erklärte Aust, werde sich die Einnahmesituation nur ändern, wenn es gelänge, interessante Rahmenbedingungen für eine behutsame Ansiedlung von Gewerbetreibenden zu schaffen.

Wichtige Investitionen der Gemeinde Ahorn 2021

Ausgaben für folgende Projekte (Auswahl) barrierefreies Rathaus (560000 Euro), Anschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeuges für die Feuerwehr Ahorn (465000 Euro), Sanierung des Feuerwehrhauses Schorkendorf, Neuausrüstung für die Feuerwehren, Bildungscampus mit Schule, Schusterbau und Lehrschwimmbecken (518000 Euro)

Wer von der Gemeinde unterstützt wird Für die Vereine sind 20000 Euro an Investitionszuschüssen vorgesehen, weitere 10000 Euro für die laufende Vereinsarbeit und 92000 Euro für die Sanierung der durch Vereine genutzten Dreifachturnhalle. gb