Diese Funktion könnte bei dem Brief durchaus eine Rolle spielen, da Nowak aufs Lutherjahr 2017 hinweist. In diesem Jahr soll die ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt in Betrieb gehen. Coburg liegt an der Strecke, soll aber einen ICE-Halt nach allem, was bisher bekannt ist, nur an Tagesrandlagen erhalten.


Nowak fordert - wie viele andere Coburger Politiker - einen sogenannten Systemhalt für Coburg. Bisher wurde mit der Bedeutung des Wirtschaftsraums Coburg argumentiert und damit, dass der bisherige ICE-Halt Lichtenfels wegen der Neubaustrecke wegfallen wird. All das nennt Nowak auch, aber er bringt außerdem Luther ins Spiel.


Coburg sei eine der bedeutsamen Lutherstätten und daher im Lutherjahr Anziehungspunkt für zahlreiche Touristen.
Hinzu komme, dass das Haus de Bayerischen Geschichte 2017 eine Landesausstellung in Coburg ausrichten wird; der Arbeitstitel lautet "Bauern, Ritter, Lutheraner". "Bayerische Landesausstellungen ziehen regelmäßig weit über 100 000 Besucher aus dem gesamten Freistaat und in diesem besonderen Fall sicherlich auch aus den weiteren Lutherorten Thüringens, Sachsens und Sachen-Anhalts an", schreibt Nowak." Somit könnte die Bahn von dieser Ausstellung direkt profitieren. Andererseits können durch einen Systemhalt die Besucherzahlen der Ausstellung gesteigert werden. Es käme also zu einer klassischen Win-Win-Situation." Der Systemhalt könne im Jahr 2017 "somit auf seine Akzeptanz und Wirtschaftlichkeit hin ,im Echtbetrieb‘ getestet werden", schreibt Nowak.


Im letzten Absatz seines Briefs fordert er außerdem den "rechtzeitigen und behinderten- wie ICE-gerechten Ausbau unseres Hauptbahnhofes". Der war schon mal für 2014 zugesagt.