Mit gedeckten Tischen und gemachten Betten wurde am Montag - bundesweit - darauf aufmerksam gemacht, dass das Gastgewerbe endlich wieder loslegen möchte. Organisiert vom Deutschen beziehungsweise Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) beteiligten sich auch in der Stadt und im Landkreis Coburg zahlreiche Betroffene an der Protestaktion. So gab es gedeckte Tische und gemachte Betten auf dem Marktplatz in Coburg, vor dem Landratsamt in Coburg sowie auf dem Marktplatz in Bad Rodach.

Längst ist es nicht nur die finanzielle Situation, die den Hoteliers und Gastwirten Sorgen bereitet. "Spätestens seit Januar ist die gesamte Branche in einer depressiven Welle", sagte am Montag Barbara Glauben, die stellvertretende Dehoga-Kreisvorsitzende. "Mich bedrückt das sehr." Barbara Glauben wünscht sich, dass es nach Monaten der coronabedingten Zwangsschließung endlich wieder eine Perspektive gibt - für diese Perspektive müsse die Politik sorgen.

Und was kann jeder Einzelne tun? "Jede Form der Wertschätzung tut gut", so Barabara Glauben. Das können zum Beispiel aufmunternde Worte sein, wie sie am Montag etliche Passanten parat hatten. Barbara Glauben überreichte ihnen Blumensamen - für: "Vergissmeinnicht".

Wertschätzung fürs Gastgewerbe zeigten auch mehrere Repräsentanten, indem sie am Montag bei der Protestaktion anwesend waren. Seitens der Stadt Coburg waren dies allen voran Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD), Zweiter Bürgermeister Hans-Herbert Hartan (CSU), Tourismus-Chef Horst Graf sowie Stephan Horn von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Michael Busch (SPD) gewährte überdies Einblicke in die Gefühlslage der Landtagsabgeordneten: "Das alles geht auch an uns nicht spurlos vorbei!" Der Abgeordnete äußerte die Hoffnung, dass an Ostern der Betrieb wieder langsam anlaufen kann - schließlich arbeite ja allen voran die Dehoga an "intelligenten Lösungen für die Nachverfolgung", etwa mit Hilfe von Apps. Dann wäre zumindest Schluss mit der "Zettelwirtschaft", über die noch während der Öffnungsphase im vergangenen Sommer eine mögliche Nachverfolgung sichergestellt werden musste.

Coburgs OB Dominik Sauerteig sagte zu, dass die Stadtverwaltung - wie im vergangenen Jahr - dem Hotelgewerbe und der Gastronomie auch 2021 "unter die Arme greifen" werde. "Ein lebendiges Gastgewerbe ist unverzichtbar in einer lebendigen Stadt. Wir werden im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten wieder unbürokratisch die Ausweitung der Außengastronomie-Flächen erlauben. Zudem werden wir erneut auf die Sondernutzungsgebühren verzichten."