Damit hatten die wenigsten gerechnet: Die beiden deutschen Tennis-Doppel-Überflieger Kevin Krawietz und Andreas Mies sind in der 1. Runde von Wimbledon ausgeschieden. Mit 5:7, 4:6 und 5:7 unterlagen die French-Open-Sieger gegen das ungesetzte Doppel Divij Sharan aus Indien und Marcelo Demoliner aus Brasilien.

Die in der Doppel-Weltrangliste an den Positionen 42 und 53 stehenden Gegner waren beim wichtigsten Tennisturnier des Jahres topmotiviert und machten deutlich weniger Fehler als die überraschend unsicher wirkenden Deutschen, die immerhin an Position 13 gesetzt waren.

Ganz unerwartet kam dieses Erstrunden-Aus allerdings nicht, denn seit ihrem Triumph von Paris auf Sand läuft es nicht mehr bei der Nummer 23 und 24 der Doppel-Weltrangliste. Und schon gar nicht auf Gras, also auf dem Belag, wo sich Krawietz und Mies eigentlich am wohlsten fühlen. Schon bei den vorangegangenen Turnieren in Halle/Westfalen und beim ATP-Turnier in Antalya schieden sie jeweils in der 1. Runde aus.

Der 1. Satz

Es lief von Beginn an nicht rund bei den beiden Deutschen. Die relativ niedrige Quote beim ersten Aufschlag war ausschlaggebend dafür, dass Mies keine Sicherheit fand. Bei einem 5:6-Rückstand fabrizierte der Kölner dann auch noch einen Doppelfehler zum 15:40-Rückstand und bescherte den Gegnern damit zwei Satzbälle. Das brasilianisch-indische Duo nutze gleich den ersten zum 1:0.

Der 2. Satz

Hoffnung kam auf, als den beiden French-Open-Siegern zu Beginn des zweiten Durchgangs ein Break gelang, doch Sicherheit gab auch diese schnelle Führung nicht. Ganz im Gegenteil: Ein Re-Break und ein zweites verlorenen Aufschlagsspiel zum 3:5-Rückstand schockierte die kleine Anhängerschar der Deutschen. Mit diesem Spielverlauf hatten schließlich nicht einmal die größten Pessimisten gerechnet, denn jetzt drohte auch noch der Verlust des zweiten Satzes.

Zwar schlugen die beiden Favoriten in dieser kritischen Phase noch einmal zurück, holten sich das gegnerischen Aufschlagsspiel und verkürzten auch auf 4:5, doch dann verlor ausgerechnet Krawietz sein Service, als er nur einen Ballwechsel gewann. Das dritte Break in Serie war damit zum Leidwesen der Deutschen perfekt und der zweite Durchgang nach insgesamt 78 Minuten Spielzeit weg.

Der 3. Satz

Die Phase der vielen Breaks war dann aber erst einmal zu Ende. Alle vier Spieler gewannen im dritten Satz jeweils zweimal ihr eigenes Aufschlagspiel - 4:4. Für Kevin Krawietz und Andreas Mies wurde die Luft aufgrund der "Sünden" der beiden vorangegangenen Sätze immer dünner. Erst recht als der Brasilianer beim Stande von 5:5 auch das elfte Spiel souverän gewann und sein Team 6:4 in Front schmetterte. Jetzt war Krawietz gehörig unter Druck. Der Witzmannsberger hielt dieser Nervenbelastung nicht stand und verlor sein Service glatt zu Null.