Eine erneute Diskussion gab es darüber, ob eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen eingeführt werden soll. Der Gemeinderat hatte bei seiner Sitzung am 9. Januar dieses Jahres den Antrag des Tier- und Naturschutzvereins Coburg unterstützt und per Beschluss die Verwaltung beauftragt, auf die Erarbeitung einer entsprechenden Kommunalverordnung hinzuwirken. Die Zuständigkeit dafür wurde in Bayern auf die Kreisverwaltungsbehörden übertragen, dort hatte die Gemeinde um die Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses gebeten.

Voraussetzungen nicht erfüllt

Das Landratsamt hat in einem Schreiben vom 11. Mai mitgeteilt, dass die Voraussetzungen für den Erlass einer solchen Rechtsverordnung nach Paragraf 13b des Tierschutzgesetzes nicht erfüllt seien. Als Grund wurden unter anderem zu geringe Fallzahlen genannt. "Ich bin entsetzt über die Begründung", erklärte Bernd Wicklein (ÜPW). Es sei hinlänglich bekannt, dass freilaufende Katzen erhebliche Probleme bereiteten. Krankheiten und ungezielte Vermehrung müssten dringend eingedämmt werden. Hoch sei die Dunkelziffer, und natürlich werde nicht jeder Fall dem Landratsamt gemeldet. Gerade deshalb halte er es im Sinne der Tiergesundheit und -hygiene sowie zur Vermeidung von großem Tierleid für ganz wichtig, eine solche Pflicht in einer Rechtsordnung zu verankern. "Bei Hunden geht es doch auch", sagte Wicklein. "Wir haben einen Beschluss gefasst und sollten keinesfalls die Entscheidung des Landratsamtes obrigkeitshörig hinnehmen, hier wurde einfach vom grünen Tisch aus entschieden", betonte Zweiter Bürgermeister Martin Rebhan (SPD). Hartnäckig zu bleiben forderte auch Martin Flohrschütz und nannte Beispiele dafür, dass junge Katzen einfach in der Nähe der Ortschaften ausgesetzt würden. "Da muss etwas passieren", forderte Flohrschütz. Bürgermeister Karl Kolb versicherte, einen entsprechenden Antwortbrief an die Behörde im Landratsamt zu senden.

Cedric Lindner wird Nachfolger des zum Jahresende ausscheidenden Geschäftsleitenden Beamten Hans Frieß. Der neue Mitarbeiter der Verwaltung stellte sich in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Donnerstag vor. Lindner wurde zum 1. Juni vom Landratsamt Coburg zur Gemeinde Lautertal versetzt. Der 33-Jährige wohnt in Lautertal und ist Diplom-Jurist und Diplom-Verwaltungsfachwirt. Er leitete beim Landratsamt den Fachbereich Bauwesen.

Der Gemeinderat hat Martin Flohrschütz (CSU) zum Stellvertreter des Integrationsbeauftragten Bernd Wicklein bestellt, nachdem zur konstituierenden Sitzung im Mai diese Stelle zunächst nicht besetzt werden konnte.

"Ohne größere Auffälligkeiten"

Den Jahresbericht zur Kriminalitätsentwicklung und zur Verkehrssicherheitslage hat die Polizeiinspektion Coburg vorgelegt. Bürgermeister Karl Kolb (ÜPW) bezeichnete danach die Situation in Lautertal "ohne größere Auffälligkeiten". Die Kommune bewege sich bezüglich der Kriminalität im unteren Bereich der Landkreiskommunen.

Die Kommune übernimmt als Schulaufwandsträgerin den pauschalen Kostenbeitrag zur Fortführung der offenen Ganztagsschule von 6150 Euro je Gruppe und Schuljahr. An der "Mittelschule am Lauterberg" werden heuer zwei Betreuungsgruppen gebildet, so Kolb.