Bei dem Getränkefachhandel Sagasser geht die dritte Generation an den Start. Cornelius Sagasser (31), Sohn von Michael Sagasser, übernimmt zusammen mit Knut Albert (56) die Geschäftsführung. Die Brüder Peter (65) und Michael (63) sowie ihr Cousin Thomas Sagasser (64) ziehen sich aus der Geschäftsführung zurück.

"Wir werden in beratender Funktion und als Gesellschafter im Unternehmen bleiben", sagt Michael Sagasser, "aber wir freuen uns, den Staffelstab an Cornelius weiterzugeben." Der 31-Jährige "tritt in sehr große Fußstapfen", wie er es selbst beschreibt. Unter dem Motto "Evolution statt Revolution" will er in Zukunft die Werte des Unternehmens bewahren, aber auch mit eigenen Ideen neue Akzente setzen. So stehen für ihn und Knut Albert, der als erstes familienfremdes Mitglied bereits der Geschäftsführung angehört, vor allem die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Vordergrund.

Investition in Sortiermaschine

"In den letzten Jahren haben viele Getränkehersteller, vor allem Brauereien, ihre Flaschen, individualisiert", erläutert Cornelius Sagasser. Das führt bei der Rückgabe des Leerguts zu Problemen, da die Hersteller zum Teil gemischte Kästen bekommen. Mit den fremden Flaschen können sie nichts anfangen, erläutert Albert. Deshalb betreibt Sagasser seit 2008 eigene Sortieranlagen auf dem Gelände in Coburg. Dieses Jahr sollen die Anlagen weiter ausgebaut werden. "Es geht darum, den Kreislauf zu schließen und so viele Flaschen wie möglich zurückzuführen", sagt der 31-jährige Nachfolger. Nachhaltigkeit bedeutet für ihn auch kurze Wege und regionale Produkte: "Unser Unternehmen unterstützt seit Jahren regionale Brauereien." Aber auch persönlich ist er ein großer Fan der fränkischen Bierkultur: "Am Feierabend darf es für mich gerne etwas herbes sein."

Als weiteren Fokus sehen Sagasser und Albert den Bereich der Digitalisierung. So sollen unter anderem die internen Prozesse im Unternehmen optimiert werden. Für den Vertrieb stehen Ideen, wie ein Bestellservice oder "Click and Collect", zur Debatte.

Umsatzsteigerung trotz Corona

Ideen, die für das Unternehmen auch durch die Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Obwohl die Gastronomie und demzufolge auch der Großhandel zu großen Teilen eingebrochen ist, konnte das Unternehmen den Umsatz im letzten Jahr um 3,5 Prozent steigern. Zwei Drittel gehen dabei auf den Einzelhandel zurück. "Im März letzen Jahres, zu der Zeit, als auch Klopapier rar war, hatten wir eine hohe Wasser-Nachfrage, das hat sich aber gelegt", erzählt Cornelius Sagasser. Abgesehen davon konnte man jedoch keine gestiegene Nachfrage, zum Beispiel nach alkoholischen Getränken, verzeichnen, so Albert.