Die Stadt greift tief in die Tasche für den Fahrzeugbestand.

Das Geld soll für die Ertüchtigung des Fuhrparks im Bauhof und im städtischen Forstunternehmen fließen. Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) veröffentlichte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates die Beschlüsse, die dazu in nicht öffentlicher Besprechung gefasst worden waren.

Demnach fließen in den Fuhrpark rund 423000 Euro. Der Löwenanteil fällt dabei auf die Anschaffung eines Lkw mit Ladekran, die mit 229000 Euro zu Buche schlägt. Für den Kauf eines Forsttraktors werden rund 109000 Euro bezahlt. Weiter wird der Bauhof mit einem Transporter, einem Anhänger und einem "Amazon Profihopper" verstärkt.

Aber damit ist man in der Kurstadt mit der Fahrzeugbeschaffung noch nicht am Ende. Im Rahmen des landkreisweiten Feuerwehrbedarfsplanes soll im Jahr 2023 für die Stützpunktfeuerwehr ein Tanklöschfahrzeug TLF 4000 angeschafft werden. Die Investitionskosten sind mit etwa 350000 Euro kalkuliert. Für den städtischen Haushalt könnte die Anschaffung kostenneutral bleiben, da mit einem staatlichen Zuschuss von 115000 Euro und mit 235000 Euro vom Landkreis gerechnet wird. "Nur die Kosten, die die 350000 Euro übersteigen, gehen zulasten der Stadt", ließ Bürgermeister Ehrlicher wissen. Er dankte in diesem Zusammenhang der "Weitsicht" des Coburger Kreistages, der diese Vorgehensweise beschlossen hat.

Stadtmarketing-Managerin zieht Bilanz

Ein fester Baustein, die Kurstadt positiv darzustellen, ist das Stadtmarketing-Netzwerk "Bad Rodach begeistert". Projektmanagerin Steffi Kowol hatte in der Stadtratssitzung die Möglichkeit, die Arbeit des Netzwerkes zu präsentieren. Dass ihre Präsentation fast 60 Minuten in Anspruch nahm, war ein deutliches Zeichen dafür, wie facettenreich die Aktivitäten des Netzwerkes sind. Natürlich wurden auch Kowols Planungen durch das Coronavirus ausgebremst. Aber da Not erfinderisch macht, wurden zahlreiche Alternativen zu den ursprünglichen Vorhaben gefunden. Als Beispiele nannte Kowol exemplarisch den "Couponflyer", den lebenden Adventskalender und den Bad Rodacher Krippenweg, der auf eine sehr gute Resonanz gestoßen sei.

Und dann gibt es ja noch diese Bestrebung: Bad Rodach will "Fairtrade-Stadt" werden. Steffi Kowol zeigte sich sicher, dass bis Mitte des Jahres das Bewerbungsverfahren abgeschlossen sei.

"Auch für dieses Jahr hat sich das Stadtmarketing viel vorgenommen", kündigte die Projektmanagerin an. Als Ziele nannte Steffi Kowol unter anderem, dass die Zusammenarbeit der Netzwerkpartner gefördert und die Öffentlichkeitsarbeit ausgebaut werden soll. Wichtig sei für sie, dass bei allen Aktivitäten und Veranstaltungen Qualität vor Quantität stehe.

"Hat es für Bad Rodach etwas gebracht?"

Auch wenn Steffi Kowol ein sehr positives Bild der Arbeit des Netzwerkes projizierte, schwang bei Moritz von Butler (CSU) leichte Kritik mit. Im fehlten ein durchgängiges Konzept und die Messbarkeit der Ergebnisse aus den einzelnen Aktivitäten. "Hat es für Bad Rodach etwas gebracht?", fragte er konkret. Eine direkte Antwort konnte Steffi Kowol nicht geben. Sie betonte, dass alle Projekte darauf ausgerichtet seien, etwas Positives für die Stadt zu erreichen. Bürgermeister Ehrlicher ergänzte, man habe durch das Stadtmarketing Dinge erreicht, die man ohne diese Einrichtung nicht hätte umsetzen können. "Man darf das Stadtmarketing nicht mit einer eierlegenden Wollmilchsau verwechseln", betonte Ehrlicher. Beifall seiner Stadtratskollegen erntete Stephan Schink (CSU), als er meinte: "Wir müssen froh und dankbar sein, dass wir das Netzwerk haben." Er dankte Kowol ausdrücklich für ihre Arbeit.

Was sonst noch wichtig war in der Sitzung:

Therme Natur Mit höheren Eintrittspreisen müssen sich die Besucher der Therme Natur anfreunden. Der Thermenausschuss beschloss eine durchgängige Erhöhung für die Nutzung der Badelandschaft um 50 Cent. Der Zuschlag für die Saunabesucher wurde auf 6 Euro festgelegt. Kämmerer Michael Fischer geht davon aus, dass diese Maßnahme für rund 145000 Euro Mehreinnahmen im Jahr sorgen wird. Fischer führte vor Augen, dass es seit vielen Jahren zu keiner Preisanpassung gekommen sei.

Jagdschloss Geschäftsleiter Uwe Schmidt informierte den Stadtrat, dass es beim barrierefreien Ausbau des Jagdschlosses zu einer Kostensteigerung kommen werde. Statt der veranschlagten 370000 Euro gehe man jetzt von 550000 Euro aus. Das liege unter anderem daran, dass auf den Einsatz von Maschinen verzichtet werden müsse und es dadurch zu mehr Handarbeit komme. Schmidt fügte hinzu: "Auch die explodierenden Preise im Bauhandwerk leisten hier einen nicht unerheblichen Beitrag."

"Schwarzbau" Am Georgenberg wurde eine Mountainbike-Strecke angelegt. Michael Fischer wies darauf hin, dass dies ohne Genehmigung der Stadt erfolgt sei, und sich das Ganze somit um einen "Schwarzbau" handele.

Freizeitlinie Tobias Ehrlicher informierte, dass sich der Landkreis Coburg - wie auch die Landkreise Haßberge und Hildburghausen - an den Kosten der Freizeitlinie Bad Rodach-Ebern beteilige.