"Volles Haus" bei der Schlachtschüssel des CSU-Ortsverbands Coburg-Ost: Hans-Peter Friedrich, Chef der oberfränkischen CSU und ehemaliger Bundesinnen- sowie Bundeslandwirtschaftsminister, zog sehr viele Zuhörer an - und geht man nach dem Beifall, so hat er sie auch nicht enttäuscht.

Friedrich skizzierte zunächst die aktuelle Lage: "Wir leben in Deutschland zurzeit auf einer Insel", sagte er und verwies auf die Rekordbeschäftigung, die "brummende Wirtschaft" und die "vollen Sozialkassen". Aber: "Um uns herum brennt die Welt!" Er verwies auf die Ukraine, Syrien, Israel oder auch Afrika.

Friedrich prophezeite, dass "große Herausforderungen" bevorstehen. Und dann würden die Menschen von der Politik die richtigen Antworten erwarten. Die CSU, so betonte Friedrich, stehe für ein Gesellschaftsbild, das sich "fundamental" von dem der "Sozialisten" unterscheide: "Wir stehen für Freiheit und Verantwortung!"

Der ehemalige Minister sprach sich für "mündige Bürger" und gegen Vorschriften wie etwa einen "Veggie Day" aus.

Und dann ging's um die Religion. Friedrich erklärte: "Dieses Land - ob es Frau Merkel oder Herrn Wulff gefällt oder nicht - ist ein christliches Land, und das soll es auch bleiben." Gleichwohl stellte er klar, dass für ihn Religionsfreiheit sowie Toleranz gegenüber Andersgläubigen "selbstverständlich" sei. Aber: "Ob der Islam in 200 Jahren - wenn er sich entwickelt hat - jemals zu Deutschland gehört? Keine Ahnung. Vielleicht. Aber heute jedenfalls gehört er nicht zu Deutschland." Da brandete im voll besetzten Saal des Gasthof Fink spontaner und lauter Beifall auf.

Friedrich sagte auch, dass er seinerzeit gegen die doppelte Staatsbürgerschaft gewesen sei. Diese in Deutschland einzuführen, sei "ein Fehler" gewesen. Denn: "Identität ist wichtig." Heimat und Vaterland sehe er als "zentrales Thema", und man dürfe es nicht zulassen, "dass Menschen entwurzelt werden".

Der oberfränkische CSU-Chef betonte gleichwohl: "Ich bin nicht gegen Ausländer - ich differenziere nur." In diesem Zusammenhang zitierte er seinen Parteifreund Günther Beckstein: "Wir brauchen die in Deutschland, die uns nützen, und nicht die, die uns ausnützen."

Bei einigen anderen Themen ging Friedrich aber sogar auf Distanz zur eigenen Partei: "Es ist mir peinlich und unangenehm, dass auch meine Partei der Mietpreisbremse zugestimmt hat." Denn letztlich sei dies ein "Eingriff ins Eigentum". Ebenso verhalte es sich seiner Meining nach bei der Frauenquote für Wirtschaftsunternehmen.

Erstaunlich auch diese Mahnung von Friedrich: "Die CSU darf sich nicht nur als Pkw-Maut-Partei definieren!" Denn dann sei man wenig attraktiv, speziell auch für junge Leute. Die CSU müsse stattdessen deutlich machen, für welches Gesellschaftsbild sie steht. Abschließend erklärte er: "Die CSU ist die größte und wichtigste Bürgerinitiative Bayerns!"

Mathias Zimmer, Vorsitzender des gastgebenden CSU-Ortsvereins Coburg-Ost, dankte Friedrich für die Ausführungen und bezeichnete ihn als "unseren Bundesminister der Herzen" sowie als "fränkische Speerspitze in Berlin".