Reisen wohin man will, offene Grenzen, ein größerer Zusammenhalt - all das sind Argumente, die für Europa sprechen. Sebastian Kauper, Daniel Leuthäuser und Daniel Schneidawind antworten ganz spontan auf die Frage, was ihnen an der Europäischen Union wichtig ist.
Zusammen mit ihren Klassenkameraden erobern sie an diesem Nachmittag das Europa-Wahlzimmer der Berufsschule 1. Ganz konkret bedeutet das: Sie durchlaufen mehrere Stationen, an denen sie Fragen zu Europa beantworten müssen.
Ein Fragebogen dient ihnen als Laufpass, verschiedene Power-Point-Präsentationen und Spiele helfen die richtigen Lösungen zu finden. Beim Memory müssen die Flaggen zusammen gelegt werden, einen Tisch weiter geht es darum, die Hauptstädte den Ländern zuzuordnen. Aber auch Geschichtswissen, Währungsfragen, das Wahlsystem und die Bausteine des Europäischen Parlaments werden vermittelt.
Und natürlich kann am Ende zur Probe gewählt werden. In einer Wahlkabine liegen die Liste aus.

Europa gelebt

Einer, der schon ein Stück Europa gelebt hat, ist Patrick Wittmann. Der 19-Jährige, der bei der Firma Kapp beschäftigt ist, war im Rahmen des Leonardo-da-Vinci-Projekts für drei Wochen bei Samsung in Belgien. "Das Auslandspraktikum kann ich jedem nur empfehlen", sagt er. Beeindruckt kehrte er nach Deutschland zurück. Vor allem die unterschiedliche Arbeitsweise ist ihm aufgefallen. "Die Belgier nehmen alles ein bisschen lockerer. Sie arbeiten lieber morgen als heute."
Studiendirektor Rolf Sander, der stellvertretende Leiter der Freiherr-von-Rast-Schule, wie die Berufsschule auch heißt, erläutert, wie wichtig ihm das Thema Europa ist. Mit dem Da-Vinci-Projekt schickt die Schule seit 2009 ihre Schüler nach Belgien, Schweden und Österreich in andere Betriebe, damit die Dimension Europa greifbar wird. 100 Jahre Erster Weltkrieg nahm die Schule heuer zudem zum Anlass , gemeinsam mit den belgischen Partnern daran zu gedenken. Und die Europawahl am 25. Mai ist Thema im Deutsch- und im Sozialkundeunterricht. Dass immer noch ein großer Aufklärungsbedarf herrscht, zeigt die Pro- und Kontra-Präsentation der Schüler. So empfinden nicht alle Europa als Fortschritt, manchen sehen die Zuwanderung und die vielen Gesetze als echtes Problem.