Diese Forderung erhob im Coburger Wahlkampf nicht nur die CSU: Das Baureferat soll künftig von jemandem geführt werden, der vom Fach ist. Derzeit ist Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) dafür zuständig. Vom Beruf her ist sie Ärztin. Ihr Vorgänger als Baureferent, Hans Heinrich Ulmann (CSB), war Jurist; dessen Vorgänger Richard Dlouhy (CSU) Lehrer.

Als Zweite Bürgermeisterin ist Weber hauptamtlich tätig. Geregelt ist das - noch - in einer Satzung, die der Krisensenat des Coburger Stadtrats in seiner Sitzung am Dienstag, 28. April, mit Wirkung zum 30. April aufheben soll. Den "gesetzlichen Normalfall herstellen", nennt das Dominik Sauerteig, der designierte Oberbürgermeister (SPD).

Für den Dritten Bürgermeister wird es diesen "gesetzlichen Normalfall" aber nicht geben: Er soll hauptamtlich bleiben. Zumindest, wenn es nach den Fraktionen SPD, CSU/JC und CSB geht. Diese drei Fraktionen haben im neuen Stadtrat zusammen 23 Stimmen und damit die Mehrheit. Sie haben sich offenbar auch schon geeinigt, wer welches Amt übernehmen soll.

Nowak soll Sozialreferent bleiben

Demnach wäre für die Position des Dritten Bürgermeisters der Amtsinhaber Thomas Nowak (SPD) gesetzt. Er leitet derzeit das Sozialreferat und soll das auch weiterhin tun. "Ich schätze die Arbeit und die Person von Thomas Nowak weiterhin sehr hoch", sagt zum Beispiel Christian Müller, Fraktionsvorsitzender der CSB.

So richtig bestätigen will keiner, aber es läuft darauf hinaus, dass CSU/JC-Fraktionsvorsitzender Hans-Herbert Hartan für den Posten des ehrenamtlichen Zweiten Bürgermeisters vorgeschlagen wird. Birgit Weber habe erklärt, dass sie kein Interesse habe, diese Position weiterhin zu übernehmen, sagt Hartan. Christian Meyer, Spitzen- und OB-Kandidat der CSU im zurückliegenden Wahlkampf, kann sein Stadtratsmandat nicht annehmen, weil er Geschäftsführer der stadteigenen Wohnbau ist. Nachrücker wäre Thomas Bittorf gewesen, der aber das Amt nicht annehmen wollte, weil er als Steuerberater, Jurist und Wirtschaftsprüfer wegen der Coronakrise derzeit ausgelastet sei, wie Hartan sagt. Deshalb kommt Antoinetta Bafas in den Stadtrat.

Der Zweite Bürgermeister soll weiterhin für den Bereich Coburg Marketing mit Tourismus, Kongresshaus, Citymanagement und Citymarketing zuständig bleiben, bestätigt Müller. Er selbst war bislang Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses und hat durchaus Interesse, das zu bleiben, wie er bestätigt. Dafür können die beiden großen Fraktionen von SPD und CSU/JC dann sorgen.

Die Stelle des künftigen Baureferenten als berufsmäßiger Stadtrat werde ausgeschrieben, sagt der künftige OB Sauerteig. "Ich glaube, dass Coburg so attraktiv ist, dass wir da hervorragende Lösungen finden werden." Gebraucht werde jemand mit Erfahrung in Stadtplanung, aber auch in Umwelt- und Klima-Themen. Wegen des Ausschreibungsverfahrens geht Sauerteig davon aus, dass die Stelle erst zum November besetzt werden kann. Anders, als es die Bezeichnung vermuten lässt, hat der berufsmäßige Stadtrat kein Stimmrecht. Er ist lediglich kommunaler Wahlbeamter auf Zeit - wie der OB.