Seit vielen Jahren schon fristet der Brauhof ein Schattendasein. Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept, das 2008 erstellt wurde, bezeichnete Stadtplaner Walter Ackers eine mögliche Bebauung des Geländes hinter dem Multiplexkino "Utopolis" als ein "Leitprojekt". Wörtlich hieß es damals: "Hier könnten attraktive innenstadtnahe Wohnmöglichkeiten geschaffen werden." Nun scheint diese Vision bald Wirklichkeit werden zu können.


Wohnbau-Chef Christian Meyer überraschte am Mittwoch im Bausenat mit der Nachricht, dass für das Gelände ein Investor gefunden worden ist. Dieser wolle auf dem Areal etwa 40 Eigentumswohnungen schaffen, verteilt auf vermutlich fünf würfelförmige Gebäude. Das Vorhaben orientiert sich damit sehr an den Ackers-Vorstellungen.
Die Wohnbau selbst, die Eigentümer des Brauhof-Geländes ist, würde sich laut Meyer frühestens 2016 um den Brauhof kümmern können - zum einen habe die Wohnbau noch viele andere Großprojekte zu stemmen, zum anderen sei eine Bebauung dort "kompliziert". "Das Gelände ist anspruchsvoll", erklärte Meyer und fügte an: "Aber auch reizvoll!"

Bauträger aus dem Landkreis

Letzteres scheint auch der aus dem Landkreis Coburg kommende Investor so zu sehen. Denn der will nach Tageblatt-Informationen so schnell wie möglich loslegen. Vorbehaltlich der Zustimmung der politischen Gremien zum Projekt soll noch in diesem Jahr mit dem Abriss der vorhandenen Gebäude begonnen werden. Über den Verkauf des Grundstücks besteht demnach mit der Wohnbau bereits Einigkeit. Als Vermarkter der Wohnungen wird die Firma Coresale auftreten, die in schon mehrmals durch die Neubebauung von Gewerbeflächen aufhorchen ließ (etwa Dahle in der Karchestraße und Lavita in der Ketschendorfer Straße).

Im Bausenat, wo ein erster Vorhaben- und Erschließungsplan vorgestellt wurde, stieß das Projekt auf breite Zustimmung. Lediglich Wolf-Rüdiger Benzel (Grüne) sorgte sich etwas, dass dort wohl keine Wohnungen mit niedrigen Mieten entstehen könnten. "Wir hätten auf diesem Gelände auch keine Wohnungen für vier oder fünf Euro Miete pro Quadratmeter schaffen können", entgegnete da Meyer. Und der weitere Wohnbau-Geschäftsführer Andreas Heipp stellte klar: "Mit dem Projekt wird eine Schicht angesprochen, die Eigentumswohnungen erwerben will." Sprich: Der Investor wird als Bauträger fungieren und die einzelnen Wohnungen an Privat verkaufen.

Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) gab zu bedenken: "Investoren investieren, um Geld zu verdienen. Aber wenn am Brauhof kein Investor etwas tut, bleibt das Gelände weiterhin eine Brache." Oder wie es Christian Meyer schon eingangs gesagt hatte: "Egal, wer es macht: Hauptsache, es macht einer!"