"Eintauchen in spanische Welt"

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Auch die spanischen Schüler würden den Austausch gerne wiederholen. Foto: Fenna Kreuz
Auch die spanischen Schüler würden den Austausch gerne wiederholen.  Foto: Fenna Kreuz
Die spanische Austauschschule in Valencia Foto: Ernestinum
Die spanische Austauschschule in Valencia  Foto: Ernestinum
 
Blick auf Valencia Foto: Ernestinum
Blick auf Valencia Foto: Ernestinum
 
Foto: Ernestinum
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Das Gymnasium Ernestinum hat dieses Jahr das erste Mal einen Austausch mit einer Schule in Valencia organisiert. Nun waren die Spanier zum Gegenbesuch hier.

Im Pausenhof des Ernestinums stehen Bierbänke, deutsche und spanische Schüler unterhalten sich auf Spanisch und grillen gemeinsam. Auf einem Büfetttisch steht eine große Auswahl an Salaten. "Das Essen haben die Schüler selbst besorgt", berichtet Estelle Roux. Die Referendarin hat zusammen mit ihrem Kollegen Erik Hüneburg den Austausch mit der spanischen Schule Les Carolines aus Valencia organisiert.

Es ist das erste Mal, dass das Ernestinum einen Spanischaustausch veranstaltet. Auch für die Schule "Les Carolines", die nach einem Stadtteil Valencias benannt ist, ist es der erste Austausch mit einer deutschen Schule. Insgesamt nehmen 53 Schüler teil, 27 Spanier und 24 Deutsche. "Manche Schüler von uns haben zwei Austauschpartner", erklärt die Referendarin.


Zweite Wahl war Glücksfall

Die Ernestiner gehen in die 10. und 11. Klasse und sind somit etwas älter als ihre spanischen Austauschpartner, die 14 bis 16 Jahre alt sind. Das war aber kein Problem, berichten die Lehrer. Ursprünglich war der Austausch zwischen dem Eberner Gymnasium und einer anderen Schule aus Valencia geplant. Nacheinander sind aber beide Schulen abgesprungen und haben den Austausch an die jetzigen Schulen weitervermittelt. Zweimal zweite Wahl sozusagen. "Das war für uns ein Glücksfall", meint Estelle Roux.


Nach Ostern in Valencia

Nach den Osterferien waren die Ernestiner zuerst vom 10. bis 16. April bei ihren Austauschpartnern in Valencia an der spanischen Mittelmeerküste zu Gast. Hier haben sie unter anderem die Stadt besichtigt, einen Tag an einem Naturstrand verbracht und sind am größten See der Provinz Valencia gewandert.

Aber auch für die Lehrer haben die spanischen Kollegen ein Programm organisiert. "Wir waren zum Beispiel in einer Flamenco-Bar", berichtet Erik Hüneburg. Im Gegenzug dazu habe auch er mit seiner Kollegin ein Programm für die spanischen Lehrer vorbereitet. So besuchten sie gemeinsam einen Kochkurs seiner Vermieterin.
"Die Spanier sind sehr offenherzig", erzählt Hüneburg. Sie hätten ihre Austauschpartner gleich umarmt und sehr herzlich begrüßt. "Das können unsere Schüler von ihnen lernen." Durch den Austausch hätten sie außerdem ihre Sprachkenntnisse sehr verbessert. "Die Schüler können in die spanische Welt eintauchen und authentisches Spanisch lernen", erklärt er begeistert. Auch sein spanischer Kollege Jeroni Parra sieht viele Vorteile für seine Schüler. "Hier ist alles pünktlich und die Schüler sind respektvoll und leise. Der Austausch ist eine Gelegenheit, unseren Schülern das beizubringen", sagt er auf Englisch.

Nach Ankunft der spanischen Schüler am Montag wurde am Dienstagnachmittag eine gemeinsame Fahrradtour zum Froschgrundsee unternommen. Die gestaltete sich schwieriger als erwartet, da viele der spanischen Schüler Fahrradfahren nicht gewohnt sind. "Einige Spanier meinten danach, sie wollen nie wieder Fahrrad fahren", meint einer der Ernestiner lachend.

Trotzdem hat der Austausch auch den Spaniern sehr gut gefallen. Für Marina und Sandra aus Valencia war es der erste Besuch in Deutschland. Sie haben viele Leute und eine andere Kultur kennen gelernt und neue Freunde gefunden, berichtet Marina auf Englisch.

Deutsch lernen die spanischen Schüler im Unterricht nicht, weshalb sie sich mit ihren Austauschpartnern vor allem auf Spanisch unterhalten. Das war anfangs gar nicht so leicht, erzählt Talip aus der 10. Klasse des Ernestinums. Denn die Zehntklässler lernen erst seit einem halben Jahr Spanisch, erklärt Felix aus der 11. Klasse. Der Austausch habe ihnen sehr viel Spaß gemacht, auch wenn die Organisation nicht immer so gut funktioniert hat, meint Paulina aus der 11. Klasse. "In Spanien muss man immer eine halbe Stunde mehr einplanen", berichten die deutschen Schüler.

Aber auch in Deutschland gab es kleine Schwierigkeiten: Der Flug der Spanier von Stuttgart nach Nürnberg wurde gecancelt, weshalb sie auf den Zug umsteigen mussten und etwas später als erwartet in Coburg ankamen.


Literaturprojekt

Im Vorfeld des Austauschs haben die spanischen Schüler das ins Spanische übersetzte Buch "Der Mann auf dem Hochrad" von Uwe Timm gelesen, das in Coburg spielt. Nach ihrer Ankunft wurden am Donnerstagvormittag die verschiedenen Orte aus dem Buch besucht, um einen Eindruck von Coburg zu bekommen.
Am Pfingstsamstag ging es dann wieder zurück nach Valencia. Dabei soll es aber nicht bleiben: "Wir möchten den Austausch auf jeden Fall wiederholen", meint Estelle Roux begeistert. Dem stimmen auch ihre spanischen Kollegen zu.