Zu ungewohnter Zeit an ungewohnten Ort lud die "Gesellschaft der Musikfreunde" ihre Mitglieder und Gäste am Samstagnachmittag in die Heiligkreuzkirche ein.


Hier erwartete sie aber etwas ungewöhnlich Gutes in Gestalt des Ensemble Nobiles, einer fünfköpfigen Gesangsgruppe, die ihre musikalische Prägung im Leipziger Thomanerchor erhalten hat. In Kürze werden es zehn Jahre, dass sie als festes Ensemble existiert.


Stipendien und Auszeichnungen


Wichtige Stipendien und Auszeichnungen, CD-Veröffentlichungen sowie Auftritte bei Festivals im In- und Ausland sind inzwischen dazu gekommen. Dieses eindrucksvolle Adventskonzert in der Reihe "Podium junger Künstler" kam mit Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Coburg zustande.


Unter dem Motto "Bis willekommen" - dem Titel des ältesten deutschen Weihnachtsliedes - erlebten die zahlreichen Zuhörer eine hymnische Einkehr zu Advent und Weihnachten in Form von Motetten und Liedern von der Gregorianik bis zur Gegenwart.


Feierliche Stimmung

Dabei hörte man exquisiten A-cappella-Gesang in Reinkultur von den homogenen, kultivierten Stimmen der fünf Sänger Paul Heller (Tenor), Christian Pohlers (Tenor), Felix Hübner (Bariton), Lukas Lomtscher (Bass) und Lucas Heller (Bass), die mit lupenreiner Intonation, eindringlicher dynamischer Gestaltung, deutlicher Aussprache und stilistischer Einfühlung aufwarteten. Vom zarten Pianissimo bis zum kräftigen Forte reichte die organisch angewandte Lautstärkenskala.


Die Vortragsfolge war in einen Advents- und einen Weihnachtsteil gegliedert. Feierliche Stimmung erzeugten die Sänger gleich zu Beginn, als sie mit einer gregorianischen Melodie zum Altarraum zogen, die dem folgenden "Conditor alme siderum" von Michael Praetorius zugrunde lag.


In die herbe frühe Mehrstimmigkeit führte die Motette "In adventu Domini" von Guillaume Dufay. Immer wieder wurden auch zeitgenössische Liedbearbeitungen und Vertonungen gegenüber gestellt. So beeindruckten die fantasievollen Choralvariationen mit wechselndem Cantus firmus über "Es kommt ein Schiff" des ehemaligen Thomaners Peter Karl W. Berg und das polyphone "Ave Maria" des Ensemblemitglieds Christian Pohlers.


"Macht hoch die Tür"

Neben den Renaissancemeistern Costanzo Festa, Luis de Vittoria und Benedikt Ducis standen wiederum neuere Tonschöpfer wie Hugo Distler und Johannes Petzold sowie abermals Karl W. Berg mit überraschenden harmonischen Wendungen in "Macht hoch die Tür".


Der Weihnachtsteil begann nach kurzer Pause mit dem schlichten homophonen Satz von Günther Raphael über das erwähnte "Bis willekommen, Herre Christ" und brachte nach klangvollen Motetten von Johannes Stomius, Hans Leo Hassler und Luis de Vittoria auch stimmungsvolle Neuschöpfungen von Paul Heller und Fredo Jung.
Am Ende der reichhaltigen Vortragsfolge in der Heilig-Kreuz-Kirche gab es ebensolchen Beifall für das "noble" Ensemble und noch eine Zugabe von Jeremy Rawson mit seinem interessant vertonten Gedicht "A dream within a dream" von Edgar Allan Poe.