Die Leiterin der Kindertagesstätte "Tausendfüßler", Sylvia Franz, wurde nach 30 Jahren Berufstätigkeit am vergangenen Sonntag in der Coburger Johanneskirche offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Thomas Nowak nahm diese Verabschiedung in Doppelfunktion wahr. Nowak ist nicht nur Kirchenvorsteher, sondern auch Coburgs Dritter Bürgermeister. Vor 30 Jahren habe die Stadt Coburg Nöte mit Kindergartenplätzen gehabt. So habe man in Wüstenahorn Notgruppen eingerichtet und letztendlich einen Kindergarten gebaut. Dies alles sei unter der Trägerschaft der Kirchengemeinde Johannes geschehen, erinnerte Nowak. Da Franz sich bereits in den Notgruppen intensiv eingebracht habe, sei die Leitung des Kindergartens für sie die logische Konsequenz gewesen. Zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und den Vertretern der Kirchengemeinde habe sie entsprechende Konzepte erarbeitet. Wegen des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren sei an den "Tausendfüßler" inzwischen die Kinderkrippe "Entdeckerwelt" angeschlossen. "Du hast diese Entwicklung mitgetragen und auch aktiv bei der Konzeption mitgearbeitet. Deine Arbeit und Erfahrung haben zu unserer erfolgreichen Einrichtung beigetragen", betonte der Kirchenvorstand.

Predigt auf die Kinder bezogen

Um diese Leistung und das hohe Engagement hinreichend zu würdigen, lud die Johanneskirche zu einem Festgottesdienst ein. Pfarrer Veit Röger moderierte den Gottesdienst und segnete und verabschiedete zusammen mit Vertretern des Kirchenvorstands Sylvia Franz. Etliche Kollegen sangen Lieder oder sprachen Abschiedsworte und überreichten Geschenke. Die Predigt und der Gottesdienst standen unter den Worten Jesu Christi aus dem Markus-Evangelium: "... Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes." So nahmen denn auch große und kleine Festgäste an dieser Feier teil. Pfarrer Röger betonte, Franz habe mit ihrem Wirken sehr dazu beigetragen, dass diese Worte Jesu an den Kindern und Kindeskindern Wirklichkeit wurden. Er habe sehr gerne mit Sylvia Franz zusammengearbeitet. Mit Gottes Segen, bunten Blumen und ganz viel Applaus wurde Franz verabschiedet.

Im Gespräch teilte sie mit, dass sie 1990 in den Notgruppen des Hauses der Jugend in Wüstenahorn als Erzieherin angefangen habe. Damals habe die Stadt Coburg diese Räume angemietet, und die Johanneskirche habe unter Pfarrer Helmut Haeffner die Trägerschaft übernommen. 1996 sei der Kindergarten "Tausendfüßler" mit vier Gruppen gegründet worden und sie habe dessen Leitung übernommen. "Wir sind unserem Grundkonzept immer treu geblieben", sagte Franz. Das bedeute, dass die Kinder situationsorientiert in den Ablauf bewusst mit eingebunden würden. Franz resümierte: "Ich habe die Zeit nie bereut. Ich habe es gerne gemacht. Es war viel Arbeit, und wir haben uns viele Gedanken gemacht. Aber es war immer gut."