"Einmal mit 25 Kilometer pro Stunde von Lahm nach Gleußen und wieder zurück" - das hatten sich zum Beispiel Reinhard Grell aus Lahm und seine Berufskollegen aus dem Itzgrund als Aktion ausgedacht. Klar, dass sich da der Verkehr auf der vielbefahrenen Bundesstraße staute.

Martin Flohrschütz, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, fand die Aktion der Aktionsgemeinschaft "Land schafft Verbindung" ausdrücklich gut: "Es ist wichtig, dass wir auf unsere Situation aufmerksam machen." Er könne es verstehen, dass sich bei den Bauern die Wut über eine von wenig Fachwissen geprägte Politik ihren Weg bahne. Klar sei bei allen Aktionen aber auch die Zielsetzung, "anständig und friedlich" Zeichen zu setzen. Wie das gehen kann, erlebten gestern am frühen Abend die Berufspendler zwischen Bamberg und Coburg: Nicht nur zwischen Lahm und Gleußen waren Schlepper mit eingeschalteten Blinklichtern unterwegs, sondern auch im nördlichen Landkreis Bamberg.

Nicht anders das Bild in der Stadt Coburg: Auf der Bertelsdorfer Höhe standen ebenso mehrere Traktoren wie direkt am Anger. Verkehrsbehinderungen, die über die üblichen Probleme bei einem Flashmob hinaus gingen, wurden nicht gemeldet. Organisiert hatten sich die Landwirte über einen Aufruf im Internet. Dass dies nicht die letzte Spontan-Aktion gewesen sein wird, stand für Martin Flohrschütz völlig außer Frage: "Da kommt schon noch was."bk