Zwischen Sonnefeld und Ebersdorf bei Coburg geht gerade nichts in Sachen Autoverkehr. Dafür geht etwas anderes. Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten fällen links und rechts der Fahrbahn Bäume. Es geht um die Verkehrssicherheit auf der stark frequentierten Bundesstraße.

Um auch während der Fällarbeiten die Straße möglichst wenig zu verunreinigen und zu belasten, werden die Bäume nicht nach außen, sondern in den Bestand hinein geworfen. Jeder muss einzeln angeseilt werden. Dann sägt ein Arbeiter den Stamm so weit an, dass er geworfen werden kann. Mit der Seilwinde, die über Fernbedienung gesteuert wird, bringt er den Baum dann zu Fall.

Gefährliche Äste

Ein Mitarbeiter zeigt nach oben: "Die Äste, die so weit über die Fahrbahn ragen, sind eine Gefahr, die können bei Sturm abbrechen." Daher wird die Eiche, zu der die Äste gehören, gefällt. Nur die Äste abzusägen, wäre eine zeitlich begrenzte Lösung. Der Baum würde sofort wieder in Richtung der Lichtschneise treiben, die so eine Straßentrasse nun einmal darstellt. Beseitigt werden allerdings wirklich nur die nah an der Straße stehenden Bäume, von denen bei Sturm eine Gefahr ausgehen könnte.

Radweg sichern

Das gilt auch für die Straßenseite, an der der Radweg zwischen Ebersdorf und Sonnefeld neben der Bundesstraße verläuft. Auch dort finden sich in den Kronen einiger Bäume abgestorbene Äste, die bei Wind abbrechen und auf den Radweg fallen könnten. Ebenso werden überhängende Bäume entfernt.

Bis Freitag müssen die Arbeiter fertig sein. Dann soll die Sperrung nämlich wieder aufgehoben werden.

Das gilt auch für die Straßenbautrupps, die während der Sperrung an einigen Stellen die schadhaft gewordene Fahrbahndecke abfräsen und dort neuen Asphalt aufbringen. Mitarbeiter des Straßenbauamtes Bamberg hatten seit geraumer Zeit Setzungen der Fahrbahn und Risse festgestellt, durch die Wasser eindringen und im Winter Frostschäden an der Fahrbahnkonstruktion verursachen könnte. Bei einer täglichen Belastung von rund 20 000 Fahrzeugen, täglichen Pendlerströmen und einem beachtlichen Anteil an Schwerlastverkehr in Richtung der Autobahnanschlussstelle gilt es da rechtzeitig gegenzusteuern.

Die Absprache zwischen Forst und Straßenbau verhindert, dass die B 303 auf diesem Abschnitt womöglich zweimal für mehrere Tage gesperrt werden muss. Dass Baumfällungen immer auch Kritiker auf den Plan rufen, ist den Arbeitern bewusst. Doch sie verweisen darauf, dass es eben um die Sicherheit für den Verkehr auf der Bundesstraße geht und nur entfernt wird, was auch wirklich entfernt werden muss. Arbeiten bei laufendem Verkehr wären aus Sicherheitsgründen nicht möglich gewesen.

Fällungen bei Fürth am Berg

In der kommenden Woche planen die Straßenbauer des Landkreises Fällungen entlang der Staatsstraße 2708 im Abschnitt zwischen Fürth am Berg und Wörlsdorf. Auch dort wird es dann eine Vollsperrung für eine Woche geben. Die Arbeiten wurden an eine Firma vergeben, die wegen der Hanglage und der steilen Böschung schweres Gerät einsetzen muss.