Geld und Ehrenamt sind zwei wichtige Säulen im Vereinssport. Damit nicht's wackelt, braucht er aber noch ein drittes Standbein - die Infrastruktur, wie Sportverbandsvorsitzender Jürgen Heeb sagte. Für die sorgt in Coburg größtenteils die Stadt, allein mit der HUK-Coburg-Arena, drei Dreifach- und zehn Schulsporthallen, wie Ronny Göhl vom Sportamt sagte. Darüber hinaus übernimmt die Stadt auch die Pflege von vereinseigenen Sportplätzen. Aber der aktuelle Sparkurs habe auch Auswirkungen auf den Vereinssport, wie Heeb betonte. So wurden die Hallengebühren erhöht, Investitionszuschüsse gestrichen.


Die HUK-Arena habe ihren Sportarten auf jeden Fall einen Schub verliehen, versicherten Stefan Apfel (HSC) und Wolfgang Hörnlein (BBC). Herrschte früher bei BBC-Heimspielen in der BGS-Halle "Wohnzimmer-Atmosphäre", so "können wir Heimspiele als Events aufziehen", sagte Hörnlein.
Die Arena wurde eröffnet, als der HSC aus der Zweiten Handball-Bundesliga abgestiegen war, erinnerte sich Apfel. Aber dank der neuen Spielstätte habe der HSC seine Zuschauerzahlen seither verdoppeln können. Angst, dass die Halle für die Erste Liga zu klein werden könnte, hat Apfel nicht. "Die HUK-Arena hat 3500 Plätze, wir hatten zuletzt im Schnitt 2500 Zuschauer. Da ist also noch Luft." Er appellierte an die Fans, auch dann zu kommen, wenn dem HSC die Erfolge ausbleiben, denn: "In Coburg werden die Weltstars im Handball vorbeischauen!"


Zahlt die Stadt den Hallenboden?

Als Erstligist muss der HSC bei seinen Heimspielen einen speziellen (fernsehtauglichen) Boden verlegen. 50 000 Euro kosten Apfel zufolge ein gebrauchter Boden und die nötigen Geräte. So etwas sollte die Stadt finanzieren, sagte Heeb, und Stefan Apfel berichtete, dass der entsprechende Antrag schon gestellt sei. "Man diskutiert noch über die Refinanzierung", berichtete Heeb - offiziell sei noch nicht entschieden, ob dem Antrag stattgegeben wird. Der Sportbeirat der Stadt sollte am Mittwoch tagen. Hörnlein hingegen sah es als Sache der Vereine an, so etwas zu finanzieren: "Da kann man die Kommune nicht in die Pflicht nehmen."


Doch auch, wenn die Stadt über Sporthallen, Sportfelder und sogar einen Kunstrasenplatz verfügt: Eine geeignete Halle für ein großes Gardetanztunier fehlt ihr. Auch die HUK-Coburg-Arena biete nicht genug Umkleideräume oder Flächen, auf denen sich die Tänzerinnen vor dem Auftritt warmmachen können, sagte Matthias Schikora vom Verein Tanzsportgarde Coburger Mohr.

Für den Verein ist das Fehlen einer solchen Halle aus mehreren Gründen bedauerlich. Zum einen hat er nie die Chance auf ein Heimspiel, zum anderen fehlt damit eine wichtige Einnahmequelle: Im karnevalistischen Tanzsport finanzieren die Vereine ihre Arbeit zum großen Teil mit den Einnahmen aus Turnieren, die ihnen der Dachverband überträgt. "Wir hatten das Angebot, nächstes Jahr die Süddeutsche Meisterschaft auszurichten", berichtete Schikora. "Doch von hier bis Bayreuth ist zu diesem Termin keine Halle frei."