Es wird nichts aus dem Wunsch einiger Bürger aus Roth am Forst. Sie hätten sich beim Kinderspielplatz ein Flussbad im Füllbach ganz gut vorstellen können. Mit Engelszungen trug der Ortssprecher aus Roth am Forst, Torsten Spickmann, den Wunsch seiner Mitbürger bei der Gemeinderatssitzung vor. Jedoch: Der Gemeinderat lehnte den Antrag für ein Flussbad einstimmig ab - natürlich nicht, ohne die Gründe zu nennen.

Allein schon der Name, so Gemeinderat Dieter Pillmann (GfG), sei übertrieben. Bürgermeister Jürgen Wittmann (GfG) machte Haftungsfragen geltend und stellte schon mal klar: "Wenn was passiert, halte ich den Kopf nicht hin."

Aber Bürgermeister und Gemeinderäte zeigten sich gesprächsbereit. Sie beschlossen, nach Alternativen zu suchen, nach Stellen in der Nähe des von den Bürgern gewünschten Standortes am Füllbach, wo sich eine weniger kostspielige Möglichkeit ergeben könnte. Bei einem Ortstermin zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt und den Rothern soll eine geeignete Stelle am Füllbach gefunden werden.

Zu diesem Bürgerantrag hatte schon das Landratsamt Stellung genommen. Die Behörde ließ in einem Schreiben wissen, dass ein sogenanntes Flussbad einen Aufstau des Füllbaches erforderlich machen würde. Nur so könnte die Wassertiefe erhöht und die Fließgeschwindigkeit reduziert werden. Dies hätte negative Auswirkungen auf die "ökologische Durchgängigkeit", wie es in dem Schreiben formuliert war.

"Ein Baden ist nicht zu empfehlen"

Hier waren die Stellungnahmen durchaus widersprüchlich. Denn die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes hatte keine grundsätzlichen Bedenken gegen ein Flussbad, da bei einer entsprechenden Gestaltung kein erheblicher Eingriff in den Gewässerlebensraum erfolgen würde. Allerdings sei auf Biber Rücksicht zu nehmen.

Laut Landratsamt stehen zwingende wasserrechtliche Vorschriften einem Stau des Wassers entgegen. Zudem habe der Füllbach keine konstante Wasserqualität und entspreche somit nicht den hygienischen Anforderungen. "Ein Baden ist nicht zu empfehlen", wird das Landratsamt zitiert.

Auch das Wasserwirtschaftsamt Kronach gab eine Stellungnahme zum Vorhaben ab. Es sah keine grundsätzlichen Gründe, die gegen die Anlage eines Flussbades sprechen, unter zwei Voraussetzungen: Einhalten der wasserwirtschaftlichen Erfordernisse und Vermeiden nachteiliger Abflussänderungen. Dies wäre jedoch anhand von Planungsunterlagen zu prüfen.

Was sonst noch beschlossen wurde

Aufgehoben wurde per Gemeinderatsbeschluss der Bebauungsplan "Zur Docke", da der bisherige Investor kein Interesse mehr zeigt. Das dürfe, so Gemeinderat André Dehler (FW), allerdings nicht dazu führen, dass die dortige Bebauung aufgegeben werde. Beschlossen wurde, sich am Sonderprogramm für Radwege zu beteiligen und zu bewerben, um mit Förderungen einige Radwege, insbesondere die von Zeickhorn nach Grub a. Forst, auszubauen. Jeder der rund 1200 Haushalte der Gemeinde erhält zwei FFP2-Masken kostenlos. Die Verteilung übernehmen die Gemeinderäte.