"In Erlangen müssen wir genauso heiß sein, so geil decken wie gegen den Bergischen HC und die Angriffe so präzise ausspielen." Philipp Barsties, Abwehrrecke des HSC 2000 Coburg, hat dieses scheinbar einfache Erfolgsrezept vor dem fränkischen Derby beim HC Erlangen vorgelegt.

Doch so einfach wie sich das anhört, wird es sicher nicht, stellt HSC-Coach Jan Gorr fest: "Bei Erlangen kann man eigentlich keinen Spieler besonders herausstellen. Es gäbe zu jedem viel zu sagen. Das ist untypisch für einen Aufsteiger."

Der fränkische Rivale hat sich nach seinem sofortigen Wiederabstieg 2015 und Wiederaufstieg 2016 klar positioniert und sein Team in der vergangenen Saison schon in Liga Zwei klar in Richtung erste Liga ausgerichtet. Dort ist der HCE gut dabei, führt mit 12:16 Punkten die untere Tabellenhälfte an.

Erst am vergangenen Wochenende hatten sie in Magdeburg den Gegner am Rande einer Niederlage, drehten ein 19:22 (44.) in ein 23:22, hatten auch nach 54 Minuten noch die Nase vorn (24:25), verloren dann aber doch mit 25:27 weil ihnen kein Treffer mehr gelang.

Erlangens Trainer Robert Andersson war dann aber schnell auf den HSC konzentriert: "Wir können auf Augenhöhe mit den Top-Mannschaften spielen, aber unsere Chancenverwertung muss ich bemängeln. Nun liegt der Fokus voll und ganz auf dem Spiel gegen Coburg, das wir in unserer Halle unbedingt für uns entscheiden wollen."

Da wird sich Jan Gorr mit seinem Team warm anziehen müssen um die kompakte 6:0-Abwehr zu knacken und darauf hoffen, dass sich Sebastian Weber am Kreis so wohl fühlt im letzten Spiel: "Wir haben jetzt noch einiges vor. Ich hoffe natürlich auf einen Derbysieg und wir werden so wie letzte Woche wieder alles dafür tun."
Viel wird wieder von Spielmacher Nico Büdel abhängen, der am gestrigen Donnerstag Geburtstag hatte und sich zusammen mit seinen Teamkollegen nachträglich beschenken kann.

Für die einen ist das Derby irgendwo ein "normales" Handballspiel, für andere der fränkische Handball-Clásico und das erstmals in der ersten Liga. Coburgs Trainer Jan Gorr sieht sich irgendwo dazwischen: "Natürlich hat eine solche Partie einen besonderen Reiz für alle Akteure. Jeder sucht noch mehr das Erfolgserlebnis. Es sind Auseinandersetzungen mit vielen Emotionen, deren Ausgang schwer zu prognostizieren ist. Für mich ist es kein normales Spiel, aber es als Clásico zu sehen, darauf würde ich nicht kommen."

Allerdings betont Gorr, dass Erlangen aufgrund der Ausgangslage im Vorteil ist. Er rechnet mit einer großartigen Atmosphäre auch durch die HSC-Fans, von denen viele in einem Sonderzug nach Nürnberg in die Arena fahren, wo die Erlanger seit drei Jahren ihre Heimspiele austragen. Steffen Coßbau hat nicht nur Erlangen im Blick, sondern schaut weiter voraus: "In einem Derby ist alles drin - von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Wir spielen auswärts, also hat Erlangen den Druck. Dann kommt Magdeburg und mit unserer Halle ist auch gegen Magdeburg was drin, dann das Sahnehäubchen mit Flensburg. Das nehmen wir mit, schaun wir mal was drin ist. Und dann geht's nach Berlin - vielleicht haben die kurz nach Weihnachten noch nen Braten im Bauch und sind vielleicht ein bisschen träge."

Der Sieg gegen den Bergischen HC hat die Coburger scheinbar lockerer gemacht. Aber jetzt ist Handball-Coburg erst einmal fokussiert auf ihren "fränkischen Clásico".