Er ist Seßlacher Original und Urgestein der Seßlacher Stadtkapelle: Alfred "Gog" Gagel. Beim Gänsplatzfest wurde das Ehrenmitglied am vergangenen Pfingstwochenende für 65 Jahre aktives Musizieren geehrt. "Du warst und bist immer eine große Stütze für uns, sei es kameradschaftlich oder musikalisch", würdigte ihn Dirigent Michael Bauer am Samstagabend.

Rund 10.000 Stunden, so hatte Bauer ausgerechnet, habe das Ehrenmitglied wohl schon für die Stadtkapelle geübt und gespielt. Bereits 1951 trat der heute 79-Jährige in die Kapelle ein und spielte seither die Baritonstimme. Auch das alljährliche Gänsplatzfest der Kapelle an Pfingsten geht auf den ehemaligen Geflügelzüchter zurück. Gagel rief es 1984 ins Leben. Es trägt den volkstümlichen Namen der Freifläche, die eigentlich Hofmannplatz heißt.
"Jahrelang organisiertest Du zusammen mit Deiner Ingrid und Deiner Familie dieses Fest mit Engagement", würdigte Bauer. Dabei sei sich Gagel für keine Arbeit zu schade gewesen. Auch an den Musikfesten der Stadtkapelle (1997 und 2007) habe das Urgestein unermüdlich und mit vielen Ideen mitgewirkt. Zudem habe er viele junge Musiker an die Kapelle herangeführt. Zum Dank gab es eine Urkunde und einen Geschenkkorb. Außerdem spielten die Musiker Gagels Lieblingsstück, "Pfeffer und Salz", das der Geehrte selber dirigieren durfte.
Werner Pörner (Ahorn) überreichte dem altgedienten Musiker als Vertreter des Nordbayerischen Musikbundes die Goldnadel mit der Zahl 65. Auch Bürgermeister Martin Mittag (CSU) würdigte Gagels Leistung um die Blasmusik, mit einem Fässchen Bier aus dem Kommunbrauhaus.

Beim Bieranstich am Sonntag wurde der Jubilar von "Ritter Heinrich zu Geiersberg ob Seßlach" alias Heinz Winkelmann mit der "Urkunde zum 1. Storchenschluck" bedacht. Hatte sich doch pünktlich zum Fest erneut ein Storchenpaar im Seßlacher Nest eingefunden.


Eine Bierfontäne

Der Fassanstich geriet trotz des gewohnt routinierten Anschlags des Wirtssohns Mittag zur feuchten Angelegenheit: Durch das nicht völlig geschlossene Luftventil, die "Pfeife", schoss eine leichte Bierfontäne empor, der Mittag aber rasch ein Ende zu setzen wusste.

Feuchtkalt geriet das gesamte Fest. "Für das Wetter kann ich leider nichts", sagte Carolin Franz immer wieder entschuldigend. Die neue Tourismuschefin der Stadt hatte etliche Neuerungen beim traditionellen nichtgewerblichen Flohmarkt am Sonntag zu verteidigen. So mussten Plätze in Sicherheitszonen, vor Geschäften und Schaufenstern, sowie Hauseingänge und Gehwege freigehalten werden. Die damit verbundenen Platzverlegungen stießen nicht immer auf Gegenliebe. Damit sich alle Verkäufer und Besucher zurechtfinden konnten, hatte Franz einen Stadtplan drucken lassen, auf dem alle wichtigen Flächen und Plätze ausgewiesen waren, darunter auch die neue Ausstellungsfläche zwischen Schulparkplatz und Stadtmauer und der wiedereröffnete Handwerkerhof. In und um die Altstadt wiesen Schilder einen Rundgang zu allen Standflächen aus. "Der Flohmarkt liegt mir sehr am Herzen", betonte Franz, für ein konstruktives Feedback zeigte sie sich dankbar. "Natürlich gilt es noch ein paar Dinge zu optimieren", fügte sie hinzu. Die Geschäftsführerin des Arbeitskreises Tourismus möchte "sowohl Marketing als auch Serviceleistungen für die Gesamtveranstaltung" in den nächsten Jahren systematisch ausbauen. Um besser planen zu können, müssten Platzanmeldungen rechtzeitig erfolgen. Am Tag der Veranstaltung würden keine Stellflächen mehr vergeben.