Seit vier Jahren präsentieren sich die Landkreise Coburg und Sonneberg, die Stadt Coburg und die Städte und Gemeinden der Initiative Rodachtal als eine fränkisch-thüringische Urlaubsregion.

"Das Wir-Gefühl steht im Vordergrund", eröffnete Michael Busch, scheidender Vorsitzender des Tourismusvereins Coburg-Rennsteig, die Mitgliederversammlung. Es sei immer das Ziel des Vorstands gewesen, die Region gemeinsam und länderübergreifend zu vermarkten.

"Es war nicht immer einfach, doch gemeinsam haben wir die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden", bedankte er sich bei seinen Vorstandskollegen, Coburgs Zweiter Bürgermeisterin Birgit Weber und Sonnebergs Landrat Hans-Peter Schmitz. Um das "Wir-Gefühl" voranzutreiben, habe der Verein im Oktober mit Jörg Steinhardt einen ausgewiesenen touristischen Fachmann verpflichtet. In seiner Abschiedsrede bedankte sich Busch auch noch einmal bei Wirtschaftsförderer Martin Schmitz, der als Interimsgeschäftsführer im vergangenen Jahr "den Verein bereits in geregelte Bahnen führen konnte".

Im Herzen dabei

Damit die länderübergreifende Kooperation funktioniere, brauche es aber auch die Unterstützung der Kommunen: "Nur durch die aktive Mitarbeit aller können wir mit anderen Regionen mithalten", erinnerte Busch. Zum Abschied appellierte der scheidende Vorsitzende daher auch noch einmal an alle Mitglieder, sich weiterhin einzubringen und das Wir-Gefühl weiterzuentwickeln: "Der Tourismusverein ist und bleibt eine Herzensangelegenheit für mich", so Busch.

Weber bedankte sich bei Michael Busch für sein jahrelanges Engagement: "Manche Dinge brauchen eben ihre Zeit - aber jetzt sind wir auf dem richtigen Weg." Jetzt könne man gemeinsam richtig durchstarten und auf eine harmonische Zusammenarbeit aller Partner bauen.

Einstimmig gewählt

Der Sonneberger Landrat Hans-Peter Schmitz schlug seinen neuen Coburger Kollegen, Sebastian Straubel, als neuen Vorsitzenden vor. Durch Buschs Wechsel in den Bayerischen Landtag im vergangenen September wurde die Neuwahl notwendig. Einstimmig stimmte die Mitgliederversammlung für Sebastian Straubel als Vorsitzenden des Tourismusvereins. "Die Appelle meines Vorgängers kann ich nur unterschreiben, das ,Wir-Gefühl' im Verein muss weiter wachsen", betont Straubel.

Geschäftsführer Steinhardt gab einen Ausblick auf die Aktivitäten 2019. Ziel sei es, die kürzlich erschienene amtliche Übernachtungsstatistik wieder zu bestätigen. Demnach konnten die gewerblichen Anbieter (ab zehn Betten) in der thüringisch-fränkischen Urlaubsregion im vergangenen Jahr 267 000 Gäste sowie knapp 920 000 Übernachtungen verzeichnen. Das entspricht einem Plus von 1,7 Prozent bei den Gästeankünften sowie einem Plus von 1,6 Prozent bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr.

Um dieses Ziel erreichen, hat Steinhardt die Marschroute für 2019 festgelegt: "Der Fokus unserer Arbeit liegt insbesondere darin, die Maßnahmen aus Sicht des Gastes zu gestalten und durch Kooperationen und gemeinsame Projekte unsere Bekanntheit zu steigern." Mit gemeinsamen Projekten der Tourismusakteure solle die Destinationsbildung weiter vorangetrieben werden.

"Wir müssen erkenn- und erlebbar werden und unsere Gäste inspirieren", so der Geschäftsführer.

Als Schwerpunkt des Tourismusmarketings des Vereins nannte Steinhardt dabei das Online-Marketing und die Vernetzung der Aktivitäten. "Als alles entscheidender Berührungspunkt mit dem Gast müssen wir die Auffindbarkeit unserer Website deutlich erhöhen", so Steinhardt. Die Website solle zur gemeinsamen Datenbasis der Region werden, von der alle Akteure profitieren können.

Sich mehr an den Gästen orientieren

Besonders hervor hob der Geschäftsführer die Verknüpfung der einzelnen Maßnahmen. Das stärke zudem die Bedeutung der Destination. Obwohl die Online-Maßnahmen immer weiter an Bedeutung gewännen, seien auch der Katalog und die Themenbroschüren für eine Destination wichtig: "Letztere werden jedes Jahr auflagenstark an unsere Gäste verteilt und vor Ort auch gezielt nachgefragt." Anhand des Gastgeber-Katalogs machte er die Vernetzung der beiden Kanäle noch einmal deutlich: "Ein Gastgeber, der einen Eintrag in unserem Katalog bucht, muss auch online bei uns auffindbar sein - und im besten Fall auch direkt buchbar. Und auch die Orte und der Tourismusverband Franken sollen mit diesem System verbunden sein." Das neue System und die damit verbundenen Möglichkeiten befänden sich gerade in den Vorbereitungen und sollen den Vermietern ab der Saison 2020 zur Verfügung stehen.

Um das Marketing noch zielgerichteter gestalten zu können, solle Fragen danach, wie der Gast tickt, künftig nachgegangen werden. "Dabei bauen wir auf die Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule Coburg", freute sich der Geschäftsführer. Eine Befragung der Übernachtungsgäste habe bereits begonnen und auch ein Projekt zur Zukunftsfähigkeit der Tourist-Informationen stehe bereits in den Startlöchern.

Von der Arbeit beeindruckt zeigte sich auch Angelika Schäffer, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Franken. "Franken konnte sich im Jahr 2018 wieder deutlich bei den Übernachtungszahlen steigern - Partner wie Coburg-Rennsteig tragen hierzu maßgeblich bei."