Mit einem besonderen Akzent startete das Philharmonische Orchester Landestheater Coburg in die neue Konzertsaison. Mit einem Teil des Ticket-Erlöses unterstützt das Orchester die Ziele des Vereins "Orchester des Wandels", der mit Benefizkonzerten sichtbare Zeichen für Klima- und Umweltschutz setzen will. Die Hintergründe erläutert Coburgs neuer Generalmusikdirektor Daniel Carter im Interview.

Das Philharmonische Orchester ist Mitglied des Vereins "Orchester des Wandels". Wie ist es dazu gekommen und welche Ziele verfolgt der Verein?

Daniel Carter: Die Idee kam - was ich ganz wichtig und bezeichnend finde - aus dem Orchester. Das Orchester wusste von Kollegen in anderen Orchestern, dass das Projekt entsteht, und hat sich dann einstimmig dafür abgestimmt, davon teilzunehmen. Der Verein verfolgt das Zeil, dass Musiker sich mit der Klimakrise auseinandersetzen, und dass sie - durch speziell-geplante Konzertprogramme, auch in Austausch mit deren Publikum zu solchen Themen kommen.

Welches konkrete Projekt unterstützt das Philharmonische Orchester mit dieser Spende?

Das erste Projekt von "Orchester des Wandels" ist ein Projekt gegen illegalen Holzabbau in Madagascar. Madagascar hat viele Edelhölzer - solche Hölzer, die man oft in Instrumenten findet - und deswegen ist das als erstes großes Projekt natürlich ein Herzensprojekt für Orchestermusiker.

Was ist wichtiger: Die konkrete Spendensumme oder der öffentliche Hinweis auf den Verein und seine Ziele?

Natürlich ist eine Spende sehr wichtig, da man ein ganz konkretes und sehr wichtiges Projekt unterstützen kann. Ich finde es aber noch wichtiger, eine öffentliche Diskussion aufzumachen, damit unser Publikum, unsere Musiker und unser Betrieb sich damit auseinandersetzen. Geld ist sehr wichtig, aber echte, spürbare Veränderungen von Menschen im alltäglichen Leben sind noch wichtiger.

Wie kann diese Unterstützung mehr sein als der sprichwörtliche "Tropfen auf den heißen Stein"?

Unser Ziel ist es, dieses Projekt mit einem Konzert jede Spielzeit zu unterstützen. Dadurch soll dieses Thema von der Seite des Publikums mit uns ganz klar verbunden sein. Darüber hinaus müssen wir in unserem Orchesterbetrieb auch das umsetzen, was wir uns auch von unserem Publikum wünschen.

Sind bereits weitere ähnliche Aktionen geplant?

Da es ein Konzert jede Spielzeit geben soll, wird das nächste hoffentlich im Globe stattfinden. Das ist sogar im Namen genau das, wofür wir uns einsetzen wollen - die Welt!

Worum sich der Verein "Orchester des Wandels" kümmert

Hintergrund Das Philharmonische Orchester Landestheater Coburg ist Gründungsmitglied im Verein "Orchester des Wandels", der am 5. Juni 2020, dem Tag der Umwelt, aus der Taufe gehoben wurde. "Damit befinden wir uns in einer Reihe mit den etablierten großen Orchestern Deutschlands", freut sich Coburgs neuer Generalmusikdirektor Daniel Carter.

Ziele Der Verein Orchester des Wandels ist eine Klimaschutzinitiative der Musikerinnen und Musiker der deutschen Berufsorchester. Mit jährlichen Benefizkonzerten wollen die Orchester sichtbare Zeichen für Klima- und Umweltschutz setzen. In Madagaskar wird im Masoala-Gebiet eine große Fläche aufgeforstet. Zwei Holzarten aus Madagaskar - Palisander und Ebenholz - werden in vielfältiger Weise im Instrumentenbau verwendet. Palisander wird oft für Streichinstrumente (vor allem für Bögen) benutzt, aber auch manchmal für andere Instrumente, wie Fagotte. Ebenholz sowohl für Streichinstrumente (Griffbrett), als auch für Holzinstrumente (zum Beispiel Oboen).red