Zu Weihnachtsbäumen hat Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha eine ganz besondere Beziehung - und das nicht erst, als im familieneigenen Forst der Weihnachtsbaum für die Queen geschlagen wurde, der jetzt vor Schloss Windsor steht. "Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Weihnachtsbaum so viel Tamtam macht", sagt Andreas angesichts des Presseechos.

Doch in gewisser Hinsicht folgt der Baum der Tradition. Schließlich war es Prinz Andreas' Urur-Großvater Prinzgemahl Albert, der den Weihnachtsbaum in Großbritannien 1848 salonfähig gemacht hat. "Ein Brauch aus unserer Region hat sich weltweit verbreitet", stellt das Oberhaupt der Sachsen-Coburg-Gotha'schen Familie zufrieden fest.

Nicht nur der Baum, auch die Familie Coburg hat sich weltweit verbreitet und ist mit vielen führenden Adelshäusern der Welt verwandtschaftlich verbunden. Die Verwandtschaft mit den Briten wurde allerdings 1917 offiziell aufgekündigt, weil Deutschland sich im Krieg gegen Großbritannien befand. Doch in den vergangenen Jahrzehnten hat sich auch das Haus Windsor immer wieder einmal auf seine Coburger Wurzeln besonnen. "Es sind eigentlich alle Familienmitglieder schon da gewesen, nur nicht die Queen", sagt Prinz Andreas, der sich, spätestens seit er selbst in Coburg lebt, sehr um die Wiederbelebung der familiären Beziehungen weltweit bemüht hat. Denn außer den Engländern gibt es ja da die Schweden, die Belgier und noch einige Familien mehr.

Im Callenberger Forst werden Christbäume gezogen für den Verkauf. Ein Weihnachtsbaum gehört für Prinz Andreas einfach zum Fest dazu. Deshalb, so sagt er, habe es ihn schon erschüttert, als er hörte, dass sich nicht alle Familien in Coburg einen Baum leisten können.

Beate Dürr, die bei ihm arbeitet und sich ehrenamtlich bei Hartz & Herzlich engagiert, brachte ihn auf die Idee, 20 Bäume an das Sozialkaufhaus zu spenden. Dort werden die Bäume, frisch geschlagen und gut verpackt, am heutigen Samstag unter allen Kundenfamilien verlost. "Das erscheint mir das Gerechteste", sagt Barbara Kammerscheid, stellvertretende Vorsitzende von Hartz & Herzlich.

Weihnachtsschmuck und Lichterketten gibt es im Sozialkaufhaus zum günstigen Preis. Alles wurde gespendet. Barbara Kammerscheid freute sich auch deshalb über die Christbäume aus dem herzoglichen Forst ("so eine tolle Geste!"), weil Hartz & Herzlich in diesem Jahr keine Päckchenaktion für Kinder anbieten kann.