Der Thüringerwald-Verein betreut insgesamt rund 400 Kilometer Wanderwege in Coburg und Umgebung. Gepflegt, gehegt und markiert werden die Wege derzeit von fünf Mitgliedern des Vereins. "Wir suchen aber dringend Verstärkung", sagt der Vorsitzende, Dieter Schubert. Als Voraussetzung sollten Interessenten eigentlich nur eines mitbringen: Freude am Arbeiten an der frischen Luft und in der Natur. "Die Arbeitseinteilung ist frei."


Interessenten werden geschult

Wer Interesse hat, erhält vom Verein auch eine entsprechende Schulung, die mit einer Prüfung abschließt. Denn für die Markierung der Wanderwege gelten in Deutschland die Richtlinien des Deutschen Wanderbundes. So müssen die Wege zum Beispiel "auf Sicht" gekennzeichnet sein. "Das heißt, wenn man an einem Schild steht, soll man das nächste schon sehen können", erläutert Roland Weiß, der als Wegewart beim Thüringerwald-Verein für die Markierung der Wege, aber auch für die Verwaltungsarbeit zuständig ist, die selbstverständlich auch noch mit daran hängt. Schließlich müsse etwa mit der Unteren Naturschutzbehörde geklärt werden, inwieweit Wanderwege geschützte Bereiche berührten.

"Wir betreuen insgesamt 19 Wanderwege", sagt Weiß. Der Großteil sind Rundwege. Seit einem guten Jahr sei der Verein nun dabei, die Wege nach den neusten Standards zu überarbeiten. Im Moment ist die gut 18 Kilometer lange Wanderstrecke rund um den Banzer Wald an der Reihe. Diese führt von der Ortsmitte Großheirath über Altenbanz, den Carlspfad, Schloss Banz, den Maximilianspfad und Zilgendorf wieder zurück zum Ausgangspunkt. Bisher besteht die Markierung auf dieser Route aus einem blauen Dreieck mit blauem Punkt in der Mitte. Für die neuen Hinweistafeln wurde das Symbol geändert. Anstelle des Dreiecks markiert nun ein blaues Kreuz in einem zehn auf zehn Zentimeter großen Feld den Weg.

Zum Teil ist das neue Symbol einfach nur auf ein quadratisches Alu-Täfelchen im vorgeschriebenen Format gedruckt, zum Teil aber auch in die pfeilförmigen Tafeln integriert, die auf den Standort und zum Beispiel gleich noch auf das nächstgelegene Gasthaus hinweisen. Weiß zeigt auf einem Plan, wo überall auf der Strecke die neuen Schilder angebracht werden sollen. Insgesamt 36 Stück sind für den Wanderweg um den Banzer Wald vorgesehen.


Neue Pfosten und Symbole

Zum Teil kann der Verein für die neue Beschilderung die alten Pfosten verwenden. Aber es müssten auch um die 20 neue aufgestellt werden, wie Roland Weiß berichtet, denn Nägel in Baumstämme einzuschlagen sei nach Möglichkeit zu vermeiden. Früher habe man die Markierungen im Wald einfach auf Baumstämme gepinselt, das sei zwar weiterhin möglich, doch heute gelte die Devise: Ein Fremder soll die Wege auch ohne Karte laufen können. "Das ist unser Ziel und auch die Forderung des Staates, der ja Geld dazu gibt", erklärt Roland Weiß. Aufgrund der Förderung werde wohl künftig auch strenger geprüft werden, ob die Kennzeichnung den Richtlinien entspreche.


Infotafeln am Startpunkt

In den Ausgangsorten sollen zusätzlich noch Infotafeln aufgestellt werden, die den jeweiligen Wanderweg näher beschreiben. Wanderer erfahren darauf zum Beispiel, wo es Einkehrmöglichkeiten gibt, wie viele Höhenmeter sie überwinden müssen, für wen der Weg geeignet ist und wie der Verlauf aussieht. 19 Infotafeln werden benötigt. Weil diese mit rund 800 Euro pro Stück allerdings nicht gerade billig sind, ist der Thüringerwald-Verein auf Spenden angewiesen. "Das kann der Verein nicht alleine schaffen, deshalb haben wir Schildpatenschaften ins Leben gerufen", berichtet der Zweite Vorsitzende, Helmut Völk. "Einige Sponsoren haben wir bereits gefunden." Eine Idee ist auch, Gasthäuser als Sponsoren zu gewinnen, für die dann im Gegenzug auf den Infotafeln geworben werden kann.

Zwei besondere Anliegen hat Weiß noch: Zum einen fände er es schön, wenn sich auch Sponsoren finden würden, die die eine oder andere Ruhebank für die Wanderwege finanzieren würden. Schließlich gehört ein Päuschen zum Wandern dazu.


Nicht querfeldein fahren

Zum anderen appelliert Weiß an die Vernunft der Zweiradfahrer: In letzter Zeit sei öfter beobachtet worden, dass Mountainbiker und sogar Motorradfahrer im Banzer Wald mit ihren Fahrzeugen die Wege verlassen hätten und querfeldein durch den Wald gefahren seien. Im Zweifelsfall gebe es großen Ärger mit den Forstverantwortlichen.
Zurück zu den Wegewarten: Zwei Interessenten hätten sich in den vergangenen Wochen schon beim Thüringerwald-Verein gemeldet - eine Frau würde sich gern um den Bereich am Goldbergsee kümmern, ein weiterer um die Wege in Rödental, sagt Roland Weiß. Die Arbeit solle auch nicht ganz ohne Gegenleistung getan werden: "Es gibt auch eine geringe Aufwandsentschädigung."


KONTAKT

Thüringerwald-Verein Geschäftsstelle
Herrngasse 4/II, Coburg, Telefon 09561/94809 (Sprechzeiten: freitags 14 bis 16 Uhr); E-Mail: info@thueringerwald-verein-coburg.de.