- Damit bewies die Narrhalla Toleranz und Offenheit: "Ein schwules Prinzenpaar in Coburg, welch ein Skandal - wir finden so was ganz normal", so begann das neu inthronisierte Prinzenpaar, Ralf I und Mathias I, seine Antrittsrede. Offen thematisierten die beiden ihre Homosexualität und nahmen sich selbst auf den Arm: "Er ist Vater von zwei wundervollen Kindern", stellte Mathias seinen Partner vor. "Aber ich bin nicht die Mutter, falls jetzt Fragen kommen sollten."
Seit vier Jahren sind die beiden verheiratet, seit fast acht Jahren kennen sie sich: "Wir leben ganz normal. Wir feiern ganz normal. Wir sind die netten Jungs von nebenan." Der größte Teil des Publikums, das anlässlich der 37. Prunksitzung der Narrhalla ins Kongresshaus gekommen war, klatschte Beifall zu den Worten des Prinzenpaares, das offen eine Lanze brach für mehr Toleranz für gleichgeschlechtliche Paare.


Kaugummi-Verbot

Das Kinderprinzenpaar Nele I und Anton I hat sich an drei klare Regeln zu halten: Gut aussehen, stets lächeln, auf keinen Fall von der Bühne fallen und - großes Verbot - kein Kaugummi auf der Bühne! Das mit dem Kaugummi fällt der neunjährigen Nele ziemlich schwer, gut aussehen dagegen schafft sie lässig: "Ich seh' um drei Uhr Nachts frisch aus dem Bett noch schöner aus als Thomas Eck."


Geizen mit Skandalen

Der Präsident sah ihr das kecke Mundwerk nach: Im Duo mit Elferrat Pitt Kammerscheid nehmen beide ohnehin grundsätzlich sich selbst und das Coburger Stadtgeschehen gehörig auf die Schippe. Ihre Kritik, dass unter OB Tessmer Sparen erste Bürgerpflicht sei, kommentierte derselbe aus der ersten Reihe im Publikum trocken mit einem lauten: "Richtig".
Viel schlimmer finden die zwei jedoch das Geizen mit Skandalen. Dafür waren und sind drei Kandidaten immer gut: "Sonnenkönig" Norbert Kastner, "Rumpelstilzchen" Hans-Herbert Hartan und "das tapfere Schneiderlein" Wolf-Rüdiger Benzel. Da sei noch jedes Thema aufgegriffen worden - "egal wie tot es ist!" Und im Stadtrat? "Wenn Kastner auf den Tisch gehauen hat, war die Diskussion zu Ende." Und bei Tessmer? "Wenn Tessmer die "Bürgermeisterin im dritten Lehrjahr" zusammenfaltet, kriegt die das gar nicht mit."


Seitenhieb auf die Krüppelfichte

Und überhaupt die Coburger: Man müsse ja schon froh sein, dass diejenigen Abgeordneten, die die "Krüppelfichte" nach England begleitet hatten, dort nicht mit einem "rumänischen Wanderzirkus" verwechselt worden seien. Und zu Gauck waren die beiden auch nicht geladen und rächten sich dafür bitter: "Es war schon erstaunlich, wer einen da so alles aus der Zeitung angegrinst hat."


OB als Hüter der Wurst

Das Männerballett konnte den der Liebe wegen nach Lautertal gezogenen Franken-Tatort-"Gommissar" Andreas Leopold Schadt verpflichten. Und deshalb drehte sich auch alles um den schlimmst anzunehmenden "Subber-Gau" - einen "dübbisch fränggischen Griminalfall". Dem "Hüter der Wurst", Norbert Tessmer, wurde im Schlaf die "Coborcha Broudwörscht" geklaut. Es ermittelten Derrick und sein Kompagnon Louis de Funès, die "Men in Black", der britische Geheimdienst ihrer Majestät sendete gar "007" an den Tatort und schließlich traten auch noch die Amerikaner auf den Plan. Köstlich: Thomas Eck in Lack und Leder und nur "am Bauch wiederzuerkennen", Arthur Dewitz mit Silikonbrust als verführerische Bond-Schlampe und Radio I-Frontmann Thomas Apfel als Mann mit den neuesten Schlagzeilen und schließlich überführter und von Schadt gejagter Wurstdieb in grünem Ninja-Turtle-Outfit.


Helene F. bei d er Eich-Beerdigung

Weiter dabei, der Coburger Mohr, Marcelini & Oskar, die Band "Deschawü", die Röttenbacher Besenbinder, die Anonymics aus Suhl und viele mehr. Volker Weigand, der "Mann in der Bütt", ließ sich aus über moderne Toilettenanlagen, die sogar dem iPhone Seife spenden, wo jeder Pups aus ballistischen Gründen per Video aufgezeichnet wird und es sogar eine "Ladytaste" gibt. "Das Eich" brachte zur Unterstützung Herbert Grönemeyer, Panik-Rocker Udo Lindenberg, die Prinzen und sogar Helene Fischer mit zur eigenen Beerdigung. Und Tenor André Streckenbach litt an "Schilddrüsenunterfunktion" und bezirzte unter erheblichen Schwierigkeiten (Störenfried: Partner Alexander Köhler am Keyboard) eine ägyptische Schönheit aus dem Publikum.