Rund 6,3 Millionen Euro wird die Stadt Coburg in diesem Jahr voraussichtlich an Vereine, Verbände und sonstige Institutionen überweisen. Zumindest sind diese Ausgaben geplant. 2013 wurden insgesamt rund 4,5 Millionen ausgezahlt. In der 27-seitigen Liste, die die Kämmerei gestern dem Finanzsenat vorlegte, finden sich traditionelle Verpflichtungen wie die, dass die Stadt ein Drittel der Kosten für den Stadtkantor der evangelisch-lutherischen Kirche übernimmt. Die Vereinbarung stammt ursprünglich aus dem Jahr 1555 und wurde 1923 erneuert. Belastung für die Stadt: 27 800 Euro.

Um einige Zuschüsse wird die Stadt nicht herumkommen, wie um den Betriebskostenzuschuss fürs Tierheim. 65 Cent pro Einwohner zahlt die Stadt in diesem Jahr, 2013 waren es noch 40 Cent - demzufolge stieg der Zuschuss um rund 10  000 auf knapp 26700 Euro. Doch verglichen mit der Sportförderung sind das Peanuts: 694 000 Euro umfasst dieser Topf. Gefördert werden Jugendarbeit und Sportstätten der Vereine, Übungsleiter, Leistungssport und die energetische Sanierung von Sporthallen. Die Miete von Schwimmbecken und Sporthallen, die Rasenpflege und das Defizit der Rolf-Forkel-Halle übernimmt die Stadt gleich ganz. Dies ergibt sich entweder aus den Sportförderrichtlinien oder aus bestehenden Verträgen. Dass Vereine in einem Jubiläumsjahr einen Zuschuss erhalten (maximal 1500 Euro), hat der Finanzsenat 2007 beschlossen.

Arena kein Zuschussempfänger

Das Defizit der HUK-Coburg-Arena ist übrigens nicht aufgelistet - es handele sich nicht um einen Zuschuss an Dritte, erläuterte Kämmerer Wilhelm Austen auf Nachfrage. Laut Haushaltsplan beträgt es in diesem Jahr 729 000 Euro. Enthalten sind darin aber auch 418 000 Euro Abschreibungen.

Viele der städtischen Zuwendungen umfassen nur wenige hundert Euro: Zahlreiche Vereine tauchen in dieser Liste auf, vom Kreisverband der Rassegeflügelzüchter über Gartenbau- und Bürgervereine bis zu Gesangvereinen. Einige Male ist als Grund "langjährige Verwaltungspraxis" vermerkt, manchmal liegen entsprechende Beschlüsse des Finanzsenats über 25 Jahre zurück.

Um manche Ausgaben wird die Stadt nicht herumkommen: Sie muss die Mittagsbetreuung an Grundschulen mitfinanzieren, ebenso wie die offenen und gebundenen Ganztagsschulen. Doch weitaus mehr steckt sie in die offenen Angebote für Kinder und Jugendliche, und bei jedem Posten vermerkt die Kämmerei "Sollaufgabe ... im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten". Aufgelistet sind die Jugendtreffs in Bertelsdorf und Beiersdorf, die Gemeinwesenarbeit, die Jugendsozialarbeit an den Schulen, der Stadtjugendring und das Kinder- und Jugendzentrum Domino. Hinzu kommen die Beratungsstellen. Insgesamt umfassen die Zuwendungen unter dem Titel Kinder- und Familienhilfe 1,9 Millionen Euro im laufenden Jahr. Bislang hatte der Stadtrat an diesen Leistungen festgehalten mit der Begründung, dass Vorbeugen besser und billiger sei als späteres Nachbessern.

100 000 Euro fürs Sambafestival

Einen Teil ihrer Zuschüsse reicht die Stadt nicht direkt aus, sondern über ihre Eigenbetriebe wie den Tourismus und das Kongresshaus. Auf dieser Liste sind unter anderem 100 000 Euro für das Sambafest verzeichnet, 30 000 Euro für den Open-Air-Sommer und die 140 000 Euro für die Tourismusregion Oberes Maintal-Coburger Land.
Rund 1,57 Millionen Euro hat die Stadt für dieses Jahr an Zuschüssen für Investitionen vorgesehen. Hier finden sich unter anderem das Hospiz (300 000 Euro) und die neue Schule mit Tagesstätte für Schwerbehinderte mit integrativem Kindergarten (1,18 Millionen Euro).

Der Zuwendungsbericht wurde gestern nur zur Kenntnis gegeben. Er soll den Stadtratsmitgliedern als Grundlage für die Diskussion um weitere Eins parmöglichkeiten dienen. Wie Kämmerer Wilhelm Austen ankündigt, wird der Bericht außerdem auf der Homepage der Stadt Coburg veröffentlicht.

Stadt & Land, Hand in Hand

Die Stadt kann auch in den Genuss von Zuschüssen kommen. Damit sie auch aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung (Efre) Geld erhalten kann. Dafür hat sich die Stadt mit zwölf weiteren Kommunen aus dem Landkreis zusammengeschlossen und um Aufnahme in das Programm "nachhaltige Stadt-Umland-Entwicklung" beworben. Diese Hürde ist genommen; nun müssen die Coburger Kommunen gemeinsam ein integriertes Regionalentwicklungskonzept vorlegen, auf dessen Basis dann einzelne Projekte gefördert werden könnten. Stephan Horn von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Wifög) nannte als Beispiel die Entwicklung der Coburger Güterbahnhofs-Brache.

Die Wifög hat bislang für die Stadt die Vorarbeiten geleistet. Die finanzielle Abwicklung muss aber über die Stadt erfolgen. Die Kosten für das Konzept bezifferte Horn mit 65 000 Euro, wobei es dafür bereits Zuschüsse in Höhe von 60 Prozent gibt. Weil auch die anderen Städte und Gemeinden sich beteiligen, bleibt für die Stadt ein Eigenanteil zwischen 7000 und 8000 Euro, sagte Horn. Mit im Verbund sind Ahorn, Bad Rodach, Dörfles-Esbach, Ebersdorf, Großheirath, Itzgrund, Neustadt, Rödental, Seßlach, Untersiemau und Weitramsdorf.