Sicherheitsfragen stellen sich beim Vogelschießen jedes Jahr. Beim Aufbau: Sechs Mann sind an diesem Mittwochnachmittag gerade dabei, die "Roue Parisienne" aufzubauen, das nostalgische Riesenrad des Dortmunder Schausteller-Betriebs Burghard-Kleuker. "Das baut sich aus sich selber auf", schwärmt Platzmeister Stefan Schober. Es genügen die Seilwinde, Geschick, Schwindelfreiheit und Muskelkraft der sechs Männer auf der Maschine. Die vier Sattelauflieger, auf denen die Stützen, Streben, Speichen und Rahmenteile nach Coburg transportiert wurden, bilden auch den Unterbau des 48 Meter hohen Riesenrads.

Dafür, dass das Rad am Ende sicher steht und sich sicher dreht, sind die Schausteller selbst verantwortlich. Dafür gibt es Baubücher, dafür gibt es den TÜV, und es sei Aufgabe des städtischen Ordnungsamts, das zu überwachen, sagt Schober. Als Platzmeister der Schützengesellschaft kümmert er sich darum, dass die 65 Losbuden, Fahrgeschäfte, Essens- und anderen Stände alles haben, was sie brauchen - Strom, Wasser und genug Platz.

Aber natürlich stellen sich in diesen Tagen noch ganz andere Sicherheitsfragen: Die Geschehnisse von Ochsenfurt, München und Ansbach haben gezeigt, dass aggressive Einzeltäter sich nur schwer aufhalten lassen. Deshalb gab es am Mittwoch ein eigenes Gespräch zwischen Schützengesellschaft, Ordnungsamt und Polizei über die Sicherheitslage. Darüber informierte am Mittwoch die Stadt Coburg.

Für die Polizei erklärte Polizeioberrat Robin Buß, dass keine konkrete Gefährdungslage bestehe. Trotzdem, gab der stellvertretende Inspektionsleiter bekannt, werde die uniformierte Polizei präsent sein. Er sicherte eine "lageangepasste Erhöhung des Streifendienstes" zu. Die Verantwortlichen der Coburger Schützengesellschaft kündigten an, dass der professionelle Sicherheitsdienst auf dem Platz "angemessen verstärkt" werde. Sowohl Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) als auch der Leiter des Ordnungsamtes, Kai Holland, unterstützen diese Maßnahmen ausdrücklich, wie es in der Mitteilung heißt.

Die Besucher des Coburger Vogelschießens werden gebeten, keine Rucksäcke oder größeren Taschen mit auf den Festplatz zu bringen. Auf Kontrollen müssen sie sich gleichwohl einstellen.

Ansonsten wird das Vogelschießen wie gewohnt stattfinden, vom Bieranstich mit Eröffnungsfeuerwerk am Freitag über Schützenauszug am Sonntag und Großfeuerwerk am Donnerstag. Dies darf in diesem Jahr ein Teilnehmer des Armbrustschießens entzünden: Wer bis Mittwoch am Schießen in der alten Angerturnhalle teilnimmt, dessen Name wandert mit in die Lostrommel. Der Gewinner wird telefonisch benachrichtigt, dass er am Donnerstagabend den Startknopf drücken darf.

Auf Ponyreiten oder Mäusestadt müssen die Besucher allerdings verzichten: "Keine Belustigung durch lebende Tiere", habe der Vorstand der Schützengesellschaft beschlossen, berichtet Stefan Schober.

Bleibt das Wetter als unsicherer Faktor. Am Mittwoch unterbrachen immer wieder Schauer die Aufbauarbeiten. Gegen das Wetter werden aber auch die Sicherheitskräfte wenig ausrichten können: Am Eröffnungsabend 2005 fegte ein Gewittersturm über Coburg hinweg, entwurzelte Bäume und trieb die verbliebenen Besucher ins Festzelt und die alte Angerturnhalle. Das Wasser stand auf dem Anger 20 Zentimeter hoch.