Nach dem Stiftungsfest ist vor dem Pfingstkongress: Bei der Landsmannschaft Franco-Borussia, Coburgs einziger Studentenverbindung, die auch Mitglied im Coburger Convent ist, ist zurzeit einiges los. Das Coburger Tageblatt sprach mit dem Vorsitzenden des Alt-Herren-Verbandes (AHV) der Franco-Borussia, Steffen Unziker.

Herr Unziker, wie wurde das Jubiläum der Franco-Borussia gefeiert?

Dem Anlass würdig! Der Festkommers im Rathaussaal am Freitagabend war ganz bewusst eine interne Veranstaltung - mit etwa 120 Mann. Außer unseren eigenen Bundesbrüdern waren auch Vertreter befreundeter Verbindungen sowie des Coburger Convents eingeladen. Am Samstag gab es im Spiegelsaal des Landestheaters einen Festakt, zu dem wir auch viele Gäste außerhalb von Verbindungen begrüßen konnten.

Sie haben eben gesagt "120 Mann" - das heißt: Frauen waren beim Festkommers nicht anwesend?

Nein. Allerdings war es uns bei dem Stiftungsfest sehr wohl wichtig, dass unsere Damen nicht zu kurz kommen - schließlich sind sie ein elementarer Teil unserer Bundesfamilie. Deshalb haben wir für sie am Freitagabend einen Besuch im Landestheater organisiert. Und nach der Vorstellung und nach dem Festkommers haben wir uns alle noch im "Goldenen Kreuz" getroffen und gemeinsam gefeiert.

Alle Verbindungen, die dem Coburger Convent angehören, sind reine Männerbunde - ist das tatsächlich noch zeitgemäß? Oder, drastischer formuliert: Ist der CC frauenfeindlich?

Ich habe es auch in meiner Rede beim Festkommers gesagt: Ja, wir nehmen nur Männer auf. Aber das ist auch unser gutes Recht. Denn unser Selbstverständnis ist es ganz einfach, ein Männerbund zu sein. Das heißt aber doch noch lange nicht, dass wir Frauen ausgrenzen oder diskriminieren oder dass wir gar sexistisch sind. Bei Jogi Löws Fußball-Nationalmannschaft käme doch auch keine Frau auf die Idee, plötzlich mitspielen zu wollen.

Das komplette Interview, in dem sich Steffen Unziker auch zur Zukunft der Franco-Borussia äußert, lesen Sie hier