Verwilderte Hauskatzen sind auch in der Region zunehmend ein Problem. Allein in der Region wurden im Jahr 2017 wurden mehr als 30 verwilderte Katzen eingefangen, kastriert, entwurmt, gekennzeichnet und wieder frei gelassen, berichtet Tierarzt Joachim Lessing vom Tierheim Coburg.
In Bayern, so wird geschätzt, gibt es rund 300 000 verwilderte Hauskatzen. In Deutschland insgesamt geht ihre Zahl in die Millionen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht von etwa zwei bis drei Millionen Tieren aus. Tendenz steigend.
Die Ursachen dieser hohen Zahlen seien vielfältig, weiß Lessing aus der täglichen Praxis zu berichten. Gerade im ländlichen Raum würden sich viele Besitzer nicht um ihre Tiere kümmern. Sie seien zum Mäusefangen auf dem Hof und das müsse reichen. Eine Kastration sei vielen zu teuer. Manchmal bleiben Tiere nach einem Umzug oder einem Sterbefall zurück und sich selbst überlassen. Es komme auch vor, dass junge Katzen ausgesetzt werden, weil sie unerwünscht waren.
Das Leben in Freiheit hat Folgen: Die Tiere sind nicht an Menschen gewöhnt, ernähren sich laut Lessing oft von Abfällen. Dadurch magern sie ab, Parasiten und Viren haben leichtes Spiel. Wildlebende Katzen werden meist nicht älter als fünf Jahre. Aber sie vermehren sich rapide, wenn sie nicht kastriert sind. Feshalb steigt die Zahl verwilderter Hauskatzen an, auch wenn viele schon als Jungtier sterben.
Viele Tierschutzvereine, so auch der Coburger Tier-und Naturschutzverein, kämpfen gegen diese Problematik an. Quer durch den Landkreis werden verwilderte Katzen einfangen, die dann kastriert, entwurmt und gekennzeichnet werden. Bissverletzungen oder schlechte Zähne werden hierbei selbstverständlich mitversorgt.
So konnte der Coburger Tierschutzverein im zurückliegenden Jahr 2017 dreiunddreißig verwilderte Hauskatzen versorgen: 16 Kater und 17 Kätzinnen. Danach wurden sie wieder an der Fangstelle freigelassen, nachdem abgeklärt war, dass sie dort auch mit artgerechtem Futter versorgt werden. Es sei nahezu unmöglich, solche Katzen zu vermitteln, sagt Lessing. Bedingt durch ihr Aufwachsen ist der Mensch ein Feind, dem sie aus dem Weg gehen.


Geld vom Tierschutzbund

Diese Maßnahmen kosten jedoch eine Menge Geld. Zum Teil finanziert der Tierschutzverein dies über Patenschaften, zum Teil über Spenden. Ganz besonderen Dank zollte der Verein dem Deutschen Tierschutzbund. Dieser hat für den "Wildkatzenfonds" 5000 Euro gespendet, nachdem der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, zu Besuch im Coburger Tierheim war und sich von der guten Arbeit dort überzeugen konnte.
Katzenpaten gesucht
Für fünfzig Euro für einen Kater oder 100 Euro für eine Kätzin wird man Pate und erhält ein Foto der Katze: Einfach den entsprechenden Betrag auf das Konto DE08 7835 0000 0092 0052 97 mit dem Stichwort "Patenschaft" bei der Sparkasse Coburg-Lichtenfels überweisen.